Kultur und Weindas beschauliche MagazinDer Geizige, Szenenfoto © Andreas Hafenscher / KBB DER GEIZIGE ist zu sich selbst am schlechtesten
Der Theater Sommer Parndorf 2026 beweist eindrucksvoll, warum sich das Festival seit seiner Gründung im Jahr 1996 zu einer unverzichtbaren Größe der burgenländischen Kulturlandschaft entwickelt hat. Das Jubiläumsjahr steht somit ganz im Zeichen einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte und eines gelungenen Blicks in die Zukunft. Unter der Regie von Intendant Christian Spatzek wird die zeitlose Geschichte rund um den geizigen Harpagon mit viel Humor, Spielfreude und Gespür für gesellschaftliche Themen auf die Bühne gebracht. Die Komödie erzählt von einem wohlhabenden Mann, dessen unstillbare Gier nach Geld sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen bestimmt. Themen wie Besitz, Macht, Egoismus und gesellschaftliche Werte sind heute aktueller denn je. Spatzek gelingt es, den Klassiker modern und unterhaltsam zu inszenieren, ohne dessen ursprünglichen Charme zu verlieren. Nicht umsonst betont er: „Molière hält uns auch heute noch einen Spiegel vor – mit Witz, Schärfe und zeitloser Aktualität.“
Besonders überzeugend ist Georg Kusztrich in der Titelrolle. Der langjährige Ensemble-Schauspieler verkörpert Harpagons Besessenheit vom Geld mit großer Ausdruckskraft und feinem komödiantischem Timing. Seine Darstellung bewegt sich gekonnt zwischen robuster Komik und glaubwürdiger Charakterzeichnung. Auch das übrige Ensemble überzeugt durch harmonisches Zusammenspiel. Die insgesamt 13 Schauspielerinnen und Schauspieler sorgen für ein lebendiges Bühnengeschehen, das von pointierten Dialogen und viel Spielfreude geprägt ist. Irene Budischowsky als Frosine sticht besonders durch ihre Präsenz und Leichtigkeit im Stück heraus. Das stimmige Bühnenbild von Anna Sagaischeck fügt sich hervorragend in die historische Kulisse des Parndorfer Kirchenplatzes ein und schafft gemeinsam mit den Kostümen eine atmosphärische Bühne für die klassische Komödie. Insgesamt ist „Der Geizige“ eine gelungene Jubiläumsproduktion, die klassische Theaterkunst mit zeitloser Aktualität verbindet. Humorvolle Szenen, starke schauspielerische Leistungen und eine gelungene Inszenierung machen den Theaterabend zu einem unterhaltsamen Erlebnis. Statistik |






