Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Kaiserpavillon im Zentrum der Menagerie Schönbrunn

Geschichten aus dem Tiergarten Schönbrunn

mit Überraschungsvideos unter einigen der Fotos

Mutter und Tochter Einsbär bei der Geburtstagsfeier © Daniel Zupanc

Eistorte zu Finjas erstem Geburtstag

Kinder lieben zum Geburtstag eine Schokotorte. Aber Eisbären? Eisbären-Mädchen Finja im Tiergarten Schönbrunn frisst gerne Melonen, Karotten und Lachs. Das weiß ihre Tierpflegerin Alessa Esau natürlich und hat Finja zu ihrem heutigen ersten Geburtstag eine besondere Überraschung bereitet.

Esau: „Wir haben für Finja eine Eistorte gemacht und dafür ihre Lieblingsleckereien in Wasser tiefgefroren. Die Eins obendrauf war gefüllt mit Lachs.“ Sehr verspielt und neugierig: So lässt sich Finja beschreiben. Das war auch an ihrem Geburtstag zu merken. „Nora und Finja haben die Eistorte sofort beschnuppert. Nora hat sich gleich die Eins gesichert und gefressen, während Finja aufgeregt die restliche Eistorte zerlegt hat.“ Als Geschenk gab es für Finja noch Spielzeug, das die Wasserratte sofort mit ins Becken nahm.

 

Finja wurde am 9. November 2019 geboren. Bei der Geburt wog sie rund 100 Gramm und war nur so groß wie ein Meerschweinchen. Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck: „Unser Eisbären-Mädchen hat sich prima entwickelt. Finja wiegt bereits halb so viel wie ihre Mutter.

Finja war der erste Eisbären-Nachwuchs in Wien seit 12 Jahren und hat die Herzen der Besucher im Sturm erobert. 20.964 Namensvorschläge wurden eingeschickt. Die Pfleger entschieden sich für „Finja“, die Weiße und Schöne. Wer den derzeit geschlossenen Zoo unterstützen möchte, kann gegen eine Online-Spende von 15 Euro unter www.zoovienna.at eine Herzenspatenschaft für das Eisbären-Mädchen übernehmen. Als Dankeschön gibt es eine hübsche Urkunde und einen Namenseintrag auf der Zoo-Homepage.

Finja mit einem Spielzeugball beim Geburtstagsbad © Daneil Zupanc

Der neue Elefantenbulle Tempbo © Daniel Zupanc

Keine Besucher, aber ein neuer Elefantenbulle

Auch wenn der Tiergarten Schönbrunn bis Ende November geschlossen ist, geht das Leben im Zoo natürlich weiter. So ist am Dienstag spätabends ein neuer viereinhalb Tonnen schwerer Bewohner angekommen: Elefantenbulle Tembo aus dem Zoo Dresden, der in Wien künftig für Nachwuchs sorgen soll.

„Ich freue mich sehr, dass wir im Tiergarten wieder einen Bullen halten“, sagt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Der 35-jährige Tembo macht seiner Meinung nach optisch „ordentlich etwas her“. „Er ist zwar nicht riesig, aber dennoch ein wirklich stattlicher Bulle mit tollen Stoßzähnen und vor allem besitzt er ein sehr ruhiges Wesen.“ Die Elefantenkühe Tonga, Mongu, Iqhwa, Numbi und Kibali werden Tembo bald kennenlernen. Die Zoobesucher müssen sich noch länger gedulden.

 

Damit die Tiergartenfans trotz Schließung nichts verpassen, halten wir sie wieder über die Sozialen Medien und unsere Homepage auf dem Laufenden. Gerade in Zeiten wie diesen sind Fotos und Videos aus dem Zooleben besonders nett“, so Hering-Hagenbeck. Der Anblick ist ungewohnt: Ohne Besucher herrscht im Tiergarten gähnende Leere. Tierpfleger, Kuratoren und Tierärzte sind selbstverständlich im Einsatz, während manche Abteilungen aus der Verwaltung im Homeoffice werkeln. Ein kleiner Teil der Belegschaft – wie etwa die Kassenmitarbeiter – ist in Kurzarbeit. Bereits im Frühjahr waren die Tore des Tiergartens geschlossen – damals für 65 Tage. „Auch dieses Mal werden die Jahreskarten automatisch um die Anzahl der Schließtage verlängert. Das ist ein Dankeschön an unsere treuesten Gäste.

Die Orang-Utan-Dame Surya © Zoo Rostock/Joachim Kloock

Herzlich willkommen, Orang-Utan-Weibchen Surya!

„Frischer Wind“ für die Orang-Utan-Gruppe im Tiergarten Schönbrunn: Das siebenjährige Weibchen Surya aus dem Zoo Rostock ist in die Wiener ORANG-erie eingezogen. Zu sehen ist die neue Bewohnerin allerdings noch nicht.

Zuerst soll sie sich ganz in Ruhe hinter den Kulissen in ihre neue Umgebung eingewöhnen. „Die Eingewöhnung von Surya ist ein bisschen so, als würden wir in eine Wohngemeinschaft einziehen. Zuerst macht man es sich in seinem Zimmer gemütlich. Dann lernt man die anderen Bereiche und die Mitbewohner kennen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Die Mitbewohner sind in Suryas Fall die Weibchen Mota und Sol sowie das Männchen Vladimir. Sobald Surya soweit ist, wird sie die Innenanlage erkunden und zu sehen sein.

 

Surya wurde am 28. Juni 2013 im Zoo Rostock geboren und dem Tiergarten Schönbrunn über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) vermittelt. Ziel ist es, die Wiener Orang-Utan-Gruppe zu vergrößern und die Altersstruktur zu verbessern. Besonders die 24-jährige Sol wird sich über die junge Spielgefährtin freuen. Mit Vladimir könnte Surya künftig für den langersehnten Orang-Utan-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn sorgen. Sichtkontakt zueinander haben sie schon. Suryas vertraute Tierpflegerin aus Rostock hat sie auf der Reise nach Wien begleitet und bleibt die erste Zeit hier. Sie beschreibt ihren Schützling als „verspielten, freundlichen Wirbelwind“. Das passt zu ihrem Namen. „Surya“ bedeutet im Indischen: Sonne oder sonniges Gemüt. Und wir werden sie wohl genauso lieb gewinnen wie die 2018 verstorbene Künstlerin Nonja.

Die Orang-Utan-Dame Surya © Zoo Rostock/Joachim Kloock

Koalamutter mti Baby © Tiergarten Schönbrunn/Simona Gabrisova

Tierpflegerin gelang Schnappschuss von Koala-Jungtier

Für Tierpflegerin Simona Gabrisova im Tiergarten Schönbrunn war gestern ein ganz besonderer Morgen. Wie üblich hat sie nach den Koalas geschaut und ihnen die Morgenration Eukalyptus gebracht. Und plötzlich schaute das Koala-Jungtier erstmals aus dem Beutel von Weibchen Bunji. Auf diesen Moment haben der Zoo und seine Besucherinnen und Besucher schon gebannt gewartet. „Das Jungtier ist Mitte April geboren, aber gesehen hatte es bis jetzt noch niemand. Ich habe gleich mein Handy geholt, um Fotos zu machen“, verrät Gabrisova. Von Anfang an, seit 2002, betreut sie mit ihrem Team die Koalas in Schönbrunn. Der erste Nachwuchs ist auch für sie aufregend. „Es kann sein, dass man das Jungtier nun wieder einige Tage nicht sieht, aber mit der Zeit wird es sein Köpfchen oder auch ein Füßchen immer häufiger aus dem Beutel strecken.

Seit über fünf Monaten wächst das Koala-Jungtier im Beutel seiner Mutter Bunji heran. Bei der Geburt nur so groß wie eine Bohne, ist es mittlerweile schon faustgroß. Gabrisova: „Derzeit trinkt das Kleine ausschließlich Muttermilch. Schon bald wird es zusätzlich den so genannten Pap zu sich nehmen – eine besondere Form der Ausscheidung mit Bakterien aus der Darmflora der Mutter. Diese Mikroorganismen sind später wichtig, um Eukalyptus-Blätter verdauen zu können.“ Der Tiergarten rechnet mit großem Interesse am ersten Koala-Nachwuchs in seiner 268-jährigen Geschichte und hat vorgesorgt. Zur Wahrung des Mindestabstandes wurde vor dem Koalahaus ein Anstellsystem mit Blockabfertigung eingerichtet. Vater Wirri Wirri bekommt von den spannenden Entwicklungen nur wenig mit. Er ist an der Aufzucht nicht beteiligt und beobachtet alles ausschließlich aus der Ferne.

Erdmännchennachwuchs auf Entdeckungstour © Daniel Zupanc

Nachwuchs bei den Erdmännchen

Erdmännchen haben ihren eigenen Kopf. Das hat sich nun im Tiergarten Schönbrunn gezeigt. Ende Juli hat Erdmännchen-Weibchen Zuzu Nachwuchs bekommen. „Eigentlich stellen wir den Erdmännchen spezielle Nistkästen zur Verfügung, die sie immer gerne genützt haben. Doch heuer haben sie sich selbst eine Erdhöhle gegraben, in der das Weibchen seinen Nachwuchs zur Welt gebracht und die ersten Wochen aufgezogen hat“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Deshalb ist es heuer auch besonders spannend. „Über einen Deckel konnten wir sonst vorsichtig einen Blick in die Kinderstube werfen. Das geht bei der Höhle nun natürlich nicht. Bis jetzt haben unsere Tierpfleger drei Jungtiere außerhalb der Höhle gesehen.

 

Heimisch sind Erdmännchen in den Savannen im Süden Afrikas. Ausgewachsen bringen sie etwas mehr als ein Kilogramm auf die Waage. Bei der Geburt sind sie nur rund 30 Gramm schwer, nackt und blind. Mittlerweile sind die Mini-Erdmännchen schon ein Stück gewachsen.

Erdmännchennachwuchs bereits auf hoch aufgerichtet © Daniel Zupanc

Sie haben die Augen geöffnet und interessieren sich für die Welt außerhalb des Baus. Hering-Hagenbeck: „Das quirlige Trio unternimmt erste Ausflüge. Das macht es für die anderen Gruppen-Mitglieder, die alle als Babysitter mithelfen, wesentlich stressiger.“ Sie spielen und graben im Sand, bis der Hunger ruft und es zum Trinken zur Mutter geht. Noch werden die Jungtiere ausschließlich gesäugt. In Kürze stehen bei den kleinen Raubtieren bereits Insekten auf dem Speiseplan.

Yang Yang mit der Geburtstagstorte © Daniel Zupanc

Panda-Weibchen Yang Yang feiert 20. Geburtstag

Panda-Weibchen Yang Yang zählt zu den besonderen Tierpersönlichkeiten im Tiergarten Schönbrunn. Heute wird sie 20 Jahre alt. Zur Überraschung gab es eine liebevoll gebastelte „Geburtstagstorte“, dekoriert mit Yang Yangs Lieblingsleckereien Bambussprossen, Karotten und Roten Rüben. Als pandataugliche Kerzen dienten Bambusstangen mit Karotten-Flammen. „Wir kennen Yang Yang nach der langen Zeit natürlich schon sehr gut und wissen, was sie gerne mag. Sie ist sehr neugierig und hat Freude daran, Leckereien zwischen den schön verzierten Paketen herauszusuchen“, so Tierpflegerin Renate Haider. Mit pandatypischer Gemütlichkeit wurde alles inspiziert und schließlich zerlegt. „Man sieht ihr an der Nasenspitze an, wie viel Spaß ihr das macht.“

 

Yang Yang wurde am 10. August 2000 in der Panda-Station Wolong in China geboren. Im März 2003 übersiedelte sie gemeinsam mit dem Männchen Long Hui nach Wien. Haider: „Yang Yang hat uns schon viel Freude gemacht und uns sogar fünf Jungtiere geschenkt.

Zu ihrem runden Geburtstag wollten wir sie nun beschenken.“ Am 23. August 2007 wurde im Tiergarten Schönbrunn das erste Pandababy geboren: Fu Long. Danach folgten Fu Hu (2010) und Fu Bao (2013). Mit der Aufzucht der Zwillinge Fu Feng und Fu Ban (2015) sorgte Yang Yang für eine Sensation. Sie war das erste Panda-Weibchen in menschlicher Obhut, das Zwillinge ohne menschliche Hilfe großgezogen hat. Haider: „Der Name Yang Yang bedeutet Sonnenschein. Und das ist sie auch für uns und alle Panda-Fans.

Yang Yang mit der Geburtstagstorte © Daniel Zupanc

Gepardenbaby © Daniel Zupanc

Vierfacher Nachwuchs bei den Geparden

Man möchte die kleinen Kätzchen knuddeln.  Mama hätte aber was dagegen. Vier auf einen Streich: Im Tiergarten Schönbrunn hat Geparden-Weibchen Afra am 22. Juni Nachwuchs bekommen. Gut geschützt hat sie ihre vier Jungtiere in den vergangenen Wochen in einer Wurfhöhle großgezogen. „Gestern sind die Jungtiere zum ersten Mal noch ganz zaghaft herausgetapst. Nun hüpfen sie schon verspielt durchs Stroh oder auf Mutter Afra herum, die immer ein wachsames Auge auf sie hat“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Afra mit ihrem vierfachen Nachwuchs © Daniel Zupanc

Ein Tipp des Direktors: „In etwa zwei Wochen sind die Jungtiere groß genug, um die gesamte Außenanlage zu erkunden. Dann kann man sie bei ihren Abenteuern noch besser beobachten.“ Das Geschlecht der jungen Geparde ist noch nicht bekannt. Aber jetzt kann das Tierpfleger-Team ein genaues Auge darauf haben.

 

Der Gepard steht als „gefährdet“ auf der Roten Liste. Der Verlust von Lebensraum in der afrikanischen Savanne macht der Raubkatze zu schaffen. Zoos züchten Geparde im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Afra stammt aus einer Zuchtstation in Südafrika und lebt bereits seit 2013 im Tiergarten Schönbrunn. Doch zum Nachwuchsglück hat das passende Männchen gefehlt: Im März 2020 kam Ghalib aus dem Zoo Erfurt, der dort bereits Vater von zwei Würfen war.

Wie in der Wildbahn ist Ghalib an der Aufzucht nicht beteiligt. Aber Afra ist ohnehin eine fürsorgliche Geparden-Mutter. Revierleiter Andreas Eder darf zuversichtlich sein: „Bei der Geburt sind Geparde etwa ein halbes Kilogramm schwer. Die ersten drei Monate werden sie gesäugt. Mittlerweile sind die Jungtiere etwa 40 Zentimeter groß. Sie haben schon die ersten Milchzähne. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Afra ihnen zeigt, dass man als Raubkatze Fleisch frisst.

Afra mit einem ihrer Vierlinge © Daniel Zupanc

Einer der beiden Nasenbärenzwillinge erkundet seine Welt © Daniel Zupanc

Nasenbären-Nachwuchs im Doppelpack

Bei den Weißrüssel-Nasenbären Puppe und Fernando hat es sofort gefunkt: Erst im April 2019 ist das Männchen in den Tiergarten Schönbrunn eingezogen und schon gibt es Nachwuchs. „Am 4. Juni hat unser Nasenbären-Weibchen Zwillinge zur Welt gebracht. Bei der Geburt messen Nasenbären von der Nasenspitze bis zum Po etwa 10 Zentimeter. Dazu kommt noch der typische lange Schwanz. Sie sind blind und taub und werden in den ersten Wochen in einem Nest versorgt“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Mittlerweile unternehmen die Zwillinge ihre ersten Ausflüge – allerdings noch auf wackeligen Beinen. „Etwa einen Meter dürfen sie sich von der Mutter entfernen, bevor sie sie ins Nest zurückholt. Für unser Pärchen ist es der erste Wurf und beide kümmern sich fürsorglich“, freut sich Tierpflegerin Michaela Hofmann.

 

Die Jungtiere, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist, werden noch gesäugt. Sie interessieren sich aber auch schon für süßes Obst wie Weintrauben und Birnen. Sie sehen wie erwachsene Tiere in Miniaturformat aus. „Das Fell der Weißrüssel-Nasenbären ist graubraun. Rund um die Augen und an der Schnauze sind sie weiß gefärbt“, beschreibt Hering-Hagenbeck.

Nasenbären zählen zu den Kleinbären und sind beinahe in ganz Südamerika verbreitet. Ihren Namen verdanken sie ihrer beweglichen, rüsselartigen Nase. Von den drei Nasenbären-Arten darf in den europäischen Zoos derzeit nur der Weißrüssel-Nasenbär gezüchtet werden. Er steht nicht auf der EU-Liste der invasiven Arten. „Invasive Arten, die eingeschleppt werden und heimische Arten verdrängen, sind ein großes Problem. Zoologische Gärten leisten hier wichtige Aufklärungsarbeit.“

Einer der beiden Nasenbärenzwillinge erkundet seine Welt © Daniel Zupanc

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