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Kaiserpavillon im Zentrum der Menagerie Schönbrunn

Geschichten aus dem Tiergarten Schönbrunn

Erdmännchennachwuchs auf Entdeckungstour © Daniel Zupanc

Nachwuchs bei den Erdmännchen

Erdmännchen haben ihren eigenen Kopf. Das hat sich nun im Tiergarten Schönbrunn gezeigt. Ende Juli hat Erdmännchen-Weibchen Zuzu Nachwuchs bekommen. „Eigentlich stellen wir den Erdmännchen spezielle Nistkästen zur Verfügung, die sie immer gerne genützt haben. Doch heuer haben sie sich selbst eine Erdhöhle gegraben, in der das Weibchen seinen Nachwuchs zur Welt gebracht und die ersten Wochen aufgezogen hat“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Deshalb ist es heuer auch besonders spannend. „Über einen Deckel konnten wir sonst vorsichtig einen Blick in die Kinderstube werfen. Das geht bei der Höhle nun natürlich nicht. Bis jetzt haben unsere Tierpfleger drei Jungtiere außerhalb der Höhle gesehen.

 

Heimisch sind Erdmännchen in den Savannen im Süden Afrikas. Ausgewachsen bringen sie etwas mehr als ein Kilogramm auf die Waage. Bei der Geburt sind sie nur rund 30 Gramm schwer, nackt und blind. Mittlerweile sind die Mini-Erdmännchen schon ein Stück gewachsen.

Erdmännchennachwuchs bereits auf hoch aufgerichtet © Daniel Zupanc

Sie haben die Augen geöffnet und interessieren sich für die Welt außerhalb des Baus. Hering-Hagenbeck: „Das quirlige Trio unternimmt erste Ausflüge. Das macht es für die anderen Gruppen-Mitglieder, die alle als Babysitter mithelfen, wesentlich stressiger.“ Sie spielen und graben im Sand, bis der Hunger ruft und es zum Trinken zur Mutter geht. Noch werden die Jungtiere ausschließlich gesäugt. In Kürze stehen bei den kleinen Raubtieren bereits Insekten auf dem Speiseplan.

Yang Yang mit der Geburtstagstorte © Daniel Zupanc

Panda-Weibchen Yang Yang feiert 20. Geburtstag

Panda-Weibchen Yang Yang zählt zu den besonderen Tierpersönlichkeiten im Tiergarten Schönbrunn. Heute wird sie 20 Jahre alt. Zur Überraschung gab es eine liebevoll gebastelte „Geburtstagstorte“, dekoriert mit Yang Yangs Lieblingsleckereien Bambussprossen, Karotten und Roten Rüben. Als pandataugliche Kerzen dienten Bambusstangen mit Karotten-Flammen. „Wir kennen Yang Yang nach der langen Zeit natürlich schon sehr gut und wissen, was sie gerne mag. Sie ist sehr neugierig und hat Freude daran, Leckereien zwischen den schön verzierten Paketen herauszusuchen“, so Tierpflegerin Renate Haider. Mit pandatypischer Gemütlichkeit wurde alles inspiziert und schließlich zerlegt. „Man sieht ihr an der Nasenspitze an, wie viel Spaß ihr das macht.“

 

Yang Yang wurde am 10. August 2000 in der Panda-Station Wolong in China geboren. Im März 2003 übersiedelte sie gemeinsam mit dem Männchen Long Hui nach Wien. Haider: „Yang Yang hat uns schon viel Freude gemacht und uns sogar fünf Jungtiere geschenkt.

Zu ihrem runden Geburtstag wollten wir sie nun beschenken.“ Am 23. August 2007 wurde im Tiergarten Schönbrunn das erste Pandababy geboren: Fu Long. Danach folgten Fu Hu (2010) und Fu Bao (2013). Mit der Aufzucht der Zwillinge Fu Feng und Fu Ban (2015) sorgte Yang Yang für eine Sensation. Sie war das erste Panda-Weibchen in menschlicher Obhut, das Zwillinge ohne menschliche Hilfe großgezogen hat. Haider: „Der Name Yang Yang bedeutet Sonnenschein. Und das ist sie auch für uns und alle Panda-Fans.

Yang Yang mit der Geburtstagstorte © Daniel Zupanc

Gepardenbaby © Daniel Zupanc

Vierfacher Nachwuchs bei den Geparden

Man möchte die kleinen Kätzchen knuddeln.  Mama hätte aber was dagegen. Vier auf einen Streich: Im Tiergarten Schönbrunn hat Geparden-Weibchen Afra am 22. Juni Nachwuchs bekommen. Gut geschützt hat sie ihre vier Jungtiere in den vergangenen Wochen in einer Wurfhöhle großgezogen. „Gestern sind die Jungtiere zum ersten Mal noch ganz zaghaft herausgetapst. Nun hüpfen sie schon verspielt durchs Stroh oder auf Mutter Afra herum, die immer ein wachsames Auge auf sie hat“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Afra mit ihrem vierfachen Nachwuchs © Daniel Zupanc

Ein Tipp des Direktors: „In etwa zwei Wochen sind die Jungtiere groß genug, um die gesamte Außenanlage zu erkunden. Dann kann man sie bei ihren Abenteuern noch besser beobachten.“ Das Geschlecht der jungen Geparde ist noch nicht bekannt. Aber jetzt kann das Tierpfleger-Team ein genaues Auge darauf haben.

 

Der Gepard steht als „gefährdet“ auf der Roten Liste. Der Verlust von Lebensraum in der afrikanischen Savanne macht der Raubkatze zu schaffen. Zoos züchten Geparde im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Afra stammt aus einer Zuchtstation in Südafrika und lebt bereits seit 2013 im Tiergarten Schönbrunn. Doch zum Nachwuchsglück hat das passende Männchen gefehlt: Im März 2020 kam Ghalib aus dem Zoo Erfurt, der dort bereits Vater von zwei Würfen war.

Wie in der Wildbahn ist Ghalib an der Aufzucht nicht beteiligt. Aber Afra ist ohnehin eine fürsorgliche Geparden-Mutter. Revierleiter Andreas Eder darf zuversichtlich sein: „Bei der Geburt sind Geparde etwa ein halbes Kilogramm schwer. Die ersten drei Monate werden sie gesäugt. Mittlerweile sind die Jungtiere etwa 40 Zentimeter groß. Sie haben schon die ersten Milchzähne. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Afra ihnen zeigt, dass man als Raubkatze Fleisch frisst.

Afra mit einem ihrer Vierlinge © Daniel Zupanc

Einer der beiden Nasenbärenzwillinge erkundet seine Welt © Daniel Zupanc

Nasenbären-Nachwuchs im Doppelpack

Bei den Weißrüssel-Nasenbären Puppe und Fernando hat es sofort gefunkt: Erst im April 2019 ist das Männchen in den Tiergarten Schönbrunn eingezogen und schon gibt es Nachwuchs. „Am 4. Juni hat unser Nasenbären-Weibchen Zwillinge zur Welt gebracht. Bei der Geburt messen Nasenbären von der Nasenspitze bis zum Po etwa 10 Zentimeter. Dazu kommt noch der typische lange Schwanz. Sie sind blind und taub und werden in den ersten Wochen in einem Nest versorgt“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Mittlerweile unternehmen die Zwillinge ihre ersten Ausflüge – allerdings noch auf wackeligen Beinen. „Etwa einen Meter dürfen sie sich von der Mutter entfernen, bevor sie sie ins Nest zurückholt. Für unser Pärchen ist es der erste Wurf und beide kümmern sich fürsorglich“, freut sich Tierpflegerin Michaela Hofmann.

 

Die Jungtiere, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist, werden noch gesäugt. Sie interessieren sich aber auch schon für süßes Obst wie Weintrauben und Birnen. Sie sehen wie erwachsene Tiere in Miniaturformat aus. „Das Fell der Weißrüssel-Nasenbären ist graubraun. Rund um die Augen und an der Schnauze sind sie weiß gefärbt“, beschreibt Hering-Hagenbeck.

Nasenbären zählen zu den Kleinbären und sind beinahe in ganz Südamerika verbreitet. Ihren Namen verdanken sie ihrer beweglichen, rüsselartigen Nase. Von den drei Nasenbären-Arten darf in den europäischen Zoos derzeit nur der Weißrüssel-Nasenbär gezüchtet werden. Er steht nicht auf der EU-Liste der invasiven Arten. „Invasive Arten, die eingeschleppt werden und heimische Arten verdrängen, sind ein großes Problem. Zoologische Gärten leisten hier wichtige Aufklärungsarbeit.“

Einer der beiden Nasenbärenzwillinge erkundet seine Welt © Daniel Zupanc
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