Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Arena Wien. Foto: Klaus Pichler, Wien Museum

Arena Wien. Foto: Klaus Pichler, Wien Museum

50 JAHRE ARENA WIEN Erfolgreich aktiv ohne Arschloch Manager

50 Jahre Arena, Ausstellungsansicht

50 Jahre Arena, Ausstellungsansicht

Ein Begräbnis in der Geburtsstunde eines alternativen Kultur- und Jugendzentrums

Die Zeitungsfotos haben sich in die Erinnerung der Stadt eingeprägt. Am 22. Oktober 1976 wurde die Arena öffentlich zu Grabe getragen. Kunst- und Kulturschaffende der sogenannten 68er hatten sich mit den Besetzern von aufgelassenen Teilen des Schlachthofes St. Marx solidarisiert. Damals bereits bekannte Größen wie Georg Danzer, Wolfgang Ambros, Sigi Maron oder Heli Deinböck stellten sich als Sargträger zur Verfügung. Gefolgt von einer Blasmusik, die Trauermärsche spielte, und Fiakern, geschmückt mit schwarzen Rosen, bewegte sich der Kondukt feierlich durch die Stadt. Die Grabrede hielt übrigens Lukas Resetarits. Damit wurde der Nerv der Wiener getroffen. Eine so schöne Leich´ blieb nicht ohne Folgen. Zuvor waren Teile des Geländes am 27. Juni 1976 spontan besetzt worden. Deren Forderung: Errichtung eines selbstverwalteten, subventionierten, permanenten und ganzjährigen Kulturbetriebes für alle! Das Wunder geschah. Es gibt die Arena auch ein halbes Jahrhundert danach noch immer und es ist nach wie vor ein Freiraum für lebendige Kultur.

Besetzung der Arena: "Haupteingang zum Gelände der ´Arena´", Foto: Heinz Riedler 1976, Wien Museum

Besetzung der Arena: "Haupteingang zum Gelände der ´Arena´", Foto: Heinz Riedler 1976, Wien Museum

Vitrine der Ausstellung 50 Jahre Arena

Vitrine der Ausstellung 50 Jahre Arena

Als Geburtstagsgeschenk erhielt die Arena nun ein Buch. Die Historikerin Constanze C. Czutta hat unter dem Titel „Die Arena, Eine Wiener Geschichte“ massenhaft Material zusammengetragen. Erzählt wird auf Textflächen zwischen Illustrationen wie Fotos, Grafiken und Dokumenten die Geschichte der Arena und des Areals von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein Teil der Bilder ist nun in der Community Gallery im ‚Wien Museum zu sehen.

Die Wände des an sich kleinen Raumes sind voll gepickt mit Erinnerungen an Musikgruppen, die dort aufgetreten sind, an die bunte Schar von deren Fans und vor allem mit drei Fragen zur Arena selbst. „Wofür steht die Arena?“ In erster Linie für Vielfalt, Respekt und Generationen übergreifende Kooperation in der Gesellschaft. „Wer ist die Arena?“ An sich gehört sie niemanden oder besser gesagt, allen! Die Verwaltung ist autonom und wird vom Trägerverein Forum Wien – Arena, dazu dem Gastronomie- und Unterstützerverein Blackbox und dem Beislverein Terra X erledigt, keines falls aber von irgendwelchen „hoch bezahlten Arschloch Managern“, wie es von einem Verantwortlichen salopp formuliert wird. „Zur Geschichte der Arena“ wird darauf hingewiesen, dass es hier stets um die Versorgung Wiens gegangen ist. Seinerzeit mit dem Fleisch aus einem der europaweit größten Schlachthöfe und seit 1976 mit jährlich ca. 250 Veranstaltungen, 30 Open-Air-Konzerten und gut 180.000 Menschen, die dieses reichliche Angebot verlässlich nützen.

50 Jahre Arena, Ausstellungsansicht

50 Jahre Arena, Ausstellungsansicht

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