Kultur und Wein

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Claude MOnet Ausstellungsansicht

CLAUDE MONET Ein Maler-Star auf Wienbesuch

claude_monet_seerosen-_1916-1919_©_fondation_beyeler-_riehen-_basel-sammlung_beyeler

Die Welt im Fluss von Licht und Farbe

Claude Monet (1840-1926) hat der ursprünglichen Spottbezeichnung „Impressionisten“ zu höchster Ehre verholfen. Monet ist der König dieser Kunstrichtung, die das Licht auf der Leinwand zum Leuchten gebracht hat. Zum anderen hat er der Kunstwelt vorgeführt, wie man ein einzelnes Motiv wie die Kathedrale von Rouen, den Seerosenteich oder schlicht einen Getreideschober auf dem Feld oft und oft malen und damit jedes Mal ein neues großes Gemälde erschaffen kann. Seine größte Errungenschaft ist aber zweifellos die Entwicklung von der Gegenständlichkeit in die Abstrakte, die böse Zungen auf seine Sehschwäche im Alter zurückführen. Derlei Verdacht ist jedoch vollkommen unbegründet. Man braucht dazu nur die angesprochenen „Serien“ anzuschauen, in denen er von Bild zu Bild den im Titel des Bildes angesagten Inhalt sehr bewusst mehr und mehr reduziert hat.

claude_monet_madame_monet_mit_rotem_kopftuch-_1873 © hanna-_jr__c_the_cleve

Am Ende lässt er lediglich die Idee des ursprünglichen Motivs erahnen. Dennoch bleibt Claude Monet der Meister des Lichts, der in der Landschaft mit seiner Staffelei gestanden ist und die Stimmungen von Flusstälern im Abendrot, von blühenden Wiesen in der Mittagssonne und winterlichen Plätzen einer Ortschaft festgehalten hat. „Keiner malt den Schnee kälter als Monet“, wird über ihn gesagt, nicht ohne dabei mitzudenken, dass sich der Maler auch bei Eiseskälte im Freien befunden hat, wo er sich notdürftig an einem kleinen Ofen wärmen konnte. Dabei wurde er aber eins mit der Natur, um ihr ein Abbild abzutrotzen, das bis heute die Betrachter weltweit fasziniert und berührt.

claude_monet_die_eisenbahn_im_schnee-_lokomotive_1875_©_musee_marmottan_monet-_paris

Nicht umsonst hat die Albertina bereits lange vor Eröffnung mit großem Trommelwirbel der Schau „Claude Monet Die Welt im Fluss“ (bis 6. Jänner 2019) angekündigt. Lange Schlangen vor den Kassen sind garantiert. Jeder will Monet sehen, sich an seinen Landschaften wie dem „Pfad durch die Mohnblumen auf der Insel Saint-Martin“ laben, mit ihm über die nebelige „Waterloo-Brücke im Nebel“ gehen und einen „Blick auf die Felsnadel durch die Porte d´Aval“ werfen. Die Ausstellung ist chronologisch angeordnet, was zwangsläufig die Schritte in der Malweise Monets sichtbar werden lässt.

Jeweils ein, zwei Beispiele jeder Phase wurden ausgewählt, um einen Überblick über das gesamte Schaffen dieses französischen Malers bieten zu können. Zu sehen sind 100 Gemälde, unter denen sich bedeutende Leihgaben aus über 40 internationalen Museen und Privatsammlungen wie dem Musée d´Orsay Paris, dem Museum of Fine Arts Boston, der National Gallery London, dem National Museum of Western Art Tokio oder dem Puschkin Museum Moskau befinden. Die Fülle ist beinahe erdrückend, aber mit jedem Schritt trifft man auf einen neuen Rausch an Farben und Licht, der die Augen des Betrachters im Nu für neue Schauabenteuer wie „Madame Monet mit rotem Kopftuch“, „Junge Mädchen im Boot“ oder die „Eisenbahn im Schnee, Lokomotive“ erfrischt.

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