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Meine Jugend - Deine Jugend Ausstellugnsansicht © Daniel Hinterramskogler

MEINE JUGEND – DEINE JUGEND Generationen im Überblick

Meine Jugend - Deine Jugend Ausstellugnsansicht © Daniel Hinterramskogler

Wie man schon in frühen Jahren Geschichte macht

Die einfache Devise lautet: Jeder war einmal jung! Geblieben sind den einen davon nur die Erinnerungen an die Zeit des Hineinreifens in die Gesellschaft, andere wiederum befinden sich in just diesem nach allen Seiten hin offenen Alter und die Jüngsten mögen sich darauf vorbereiten, Jugendliche zu werden. Die Sonderausstellung im Haus der Geschichte in St. Pölten „Meine Jugend – Deine Jugend: Eine Generation schreibt Geschichte“ (bis 19. Jänner 2020) kennt also keinerlei Alterslimits bezüglich ihrer Aktualität. Garantiert ist allseitiges Staunen – und ein Dialog, den die Besucher untereinander führen können, also die Enkelkinder mit dem Opa oder der Papa mit der Oma und die Mama mit dem Filius. Was es da nicht alles zu erfahren gibt! Was findet der Nachwuchs auf seinem Handy, dass er seine Augen nicht davon lösen kann? Wie konnte man eine solche Musik anhören, die einst auf Kassette gespeichert wurde? Manche mögen bereits verwundert auf die CD blicken, der Plattenspieler ist mittlerweile gänzlich unbekannt. Was ist denn ein Schlurf? Ganz zu schweigen von einem Dasein ohne Instagram.

Meine Jugend - Deine Jugend Ausstellugnsansicht © Daniel Hinterramskogler

Gedankenanregungen bieten die einzelnen Stationen, an denen man jeweils in kleine Zeitreisen durch etwa 60 Jahre eintaucht. Ein Moped, das in den 1960er-Jahren den Halbstarken in seine erste Freiheit geführt hat, ist dafür ebenso ein Symbol wie die Telefonzelle, bei der man mit einigen Münzen ungestört von elterlichem Lauschen die Freundin anrufen konnte. Spannend ist auch der zeitliche Bogen, an dem die sexuelle Aufklärung der Heranwachsenden dokumentiert wird, von leisen schulischen Versuchen über Dr. Sommer im Bravo bis zum Sex-Koffer vom Ministerium.

Meine Jugend - Deine Jugend Ausstellugnsansicht © Daniel Hinterramskogler

Wie Jugend sich im Lauf der Zeit zu kleiden pflegte, ist ebenfalls ein Punkt für Aktivität, an dem man sich in Punkkleidung, als Hippie oder als Raver fotografieren lassen kann. Mitmachen ist an sich ein wesentlicher Auftrag, den der Besucher in dieser Ausstellung zu erfüllen hat. Mit altergemäß gefärbten Pickerln setzt man seine (ehrlichen) Statements zu Fragen wie „Wer hat dich am stärksten in der Erziehung beeinflusst“ oder „Welche Suchtmittel hast du wann zum ersten Mal genommen?“

Die Kuratoren Christian Rapp, der wissenschaftliche Leiter Haus der Geschichte, Anna Kieninger (Kulturvermittlung), Andrea Thuile und Benedikt Vogl aus der wissenschaftlichen Mitarbeit haben unter Beteiligung von vielen Jugendlichen aus Niederösterreich und Wien diese Schau mit ihren 13 Themenbereichen gestaltet. Die Anliegen der heute Jungen sollten im Mittelpunkt stehen, ihre Fragen an Geschichte und Gegenwart. Geworden ist daraus ein spannender zeitlicher Überblick.

Darin finden sich sowohl der 70jährige wie auch die Teenager und aus eventuellem Unverständnis den anderen Generationen gegenüber wird ein teilnahmsvolles Schmunzeln über das, was einst und heute so ungemein wichtig (gewesen) erschien, dass es sogar zur Ehre eines Museums gelangt ist. Mit eigenen Beiträgen, die seitens der taxfrei zu Historikern ernannten Besucher erwünscht sind, wird dieser Blick im Laufe der Zeit immer vollständiger und vor allem lebendiger werden.

Meine Jugend - Deine Jugend Ausstellugnsansicht © Daniel Hinterramskogler
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