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Gewalt – Gesellschaft, Ausstellungsansicht

Gewalt – Gesellschaft, Ausstellungsansicht

GEWALT – GESELLSCHAFT Ein warnender Blick auf düstere Zeiten

Gewalt – Gesellschaft, Ausstellungsansicht

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Jahre der Unruhe und des Blutvergießens in Österreich im Zeitalter der Weltkriege 1918 bis 1955

„Kriege gehören ins Museum!“ Recht hat das Heeresgeschichtliche Museum mit diesem Motto. Aber grausame Konflikte sind nicht auf kriegerische Aktionen beschränkt. Sie beginnen weit vor der Front und enden nicht mit dem Waffenstillstand; eine bittere Wahrheit, die derzeit in einer Ausstellung im Rahmen einer inhaltlichen Neuausrichtung des Hauses anschaulich gemacht wird. Erzählt wird die Geschichte Österreichs zwischen 1918 und 1955 aus einer gesellschafts-, gewalt- und militärhistorischen Perspektive. Das bedeutet freilich, dass das Hinschauen nicht immer erfreulich ist. Die Unruhen an der Wiege der Demokratie, der Bürgerkrieg in den 1930er-Jahren und der Ständestaat, der mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht abrupt geendet hat, der Zweite Weltkrieg und die Zeit des Naziterrors, der von „Ende – Anfang – Weiterleben“ abgelöst wird, in jedem der sechs Kapitel geht es um „Gewalt – Gesellschaft“, das bis 15. Juni 2031(!) besucht werden kann.

Gewalt – Gesellschaft, Ausstellungsansicht

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Tagebuch von Luise Böhm, 1939 bis 1944 © Foto: HGM_Weghaupt

Tagebuch von Luise Böhm, 1939 bis 1944 © Foto: HGM_Weghaupt

Wie verwundet nicht nur die Kriegsoper, sondern die ganze Gesellschaft war, zeigt das erste Kapitel in der Gipsskulptur eines kriegsversehrten Soldaten, dem die Büsten der Protagonisten, einerseits die des gewesenen Kaisers Karl I. und andererseits die des ersten Staatsoberhauptes Karl Seitz gegenübergestellt werden. Weiter geht es mit Auseinandersetzungen auf der Straße, die zum Teil noch mit den Waffen des Ersten Weltkriegs ausgetragen wurden. Blutvergießen gehörte zum Alltag einer von Propaganda und politischer Agitation zerrissenen Bevölkerung. Daraus wird im nächsten Kapitel organisierte Gewalt in einem autoritären Staat, die von paramilitärischen Verbänden, dem Bundesheer vulgo Barras und der Polizei bzw. der Gendarmerie ausgetragen wurde.

Über Österreich während der Zeit des Nationalsozialismus schildern an zwei der 42 Hörstationen der jüdische Schauspieler Manfred Inger und der Reserveoffizier Hanns Fischl ihre Flucht. „Krieg und Verbrechen“ ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Neben Waffen sind erschütternde Dokumente der Kriegsverbrechen und der ideologischen Vernichtungswalze Fotografien, Film- und Audiomaterialien erschütternde Zeugen, die von Holocaust, Besatzungsterror und Widerstand ebenso wie den von Hunger und Zwang betroffenen Menschen berichten. Dass 1945 zwar der Krieg und die Nazi-Herrschaft geendet haben, nicht aber deren Folgen, darauf wird wieder mit Fotoalben, berührenden persönlichen Erinnerungen und Formen des Gedenkens hingewiesen. Schwierig, aber doch erfolgreich war die Rückkehr der Demokratie, die trotz heftiger Querelen mit Staatsvertrag, Neutralität und dem Aufbau eigener Streitkräfte dauerhaft etabliert werden konnte. Zu denken gibt der Entwurf des Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, der daraus verweist, dass öffentliche Anerkennung oft Jahrzehnte später noch umstritten ist.

Gewalt – Gesellschaft, Ausstellungsansicht

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