Kultur und Weindas beschauliche MagazinGewalt – Gesellschaft, Ausstellungsansicht GEWALT – GESELLSCHAFT Ein warnender Blick auf düstere Zeiten
„Kriege gehören ins Museum!“ Recht hat das Heeresgeschichtliche Museum mit diesem Motto. Aber grausame Konflikte sind nicht auf kriegerische Aktionen beschränkt. Sie beginnen weit vor der Front und enden nicht mit dem Waffenstillstand; eine bittere Wahrheit, die derzeit in einer Ausstellung im Rahmen einer inhaltlichen Neuausrichtung des Hauses anschaulich gemacht wird. Erzählt wird die Geschichte Österreichs zwischen 1918 und 1955 aus einer gesellschafts-, gewalt- und militärhistorischen Perspektive. Das bedeutet freilich, dass das Hinschauen nicht immer erfreulich ist. Die Unruhen an der Wiege der Demokratie, der Bürgerkrieg in den 1930er-Jahren und der Ständestaat, der mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht abrupt geendet hat, der Zweite Weltkrieg und die Zeit des Naziterrors, der von „Ende – Anfang – Weiterleben“ abgelöst wird, in jedem der sechs Kapitel geht es um „Gewalt – Gesellschaft“, das bis 15. Juni 2031(!) besucht werden kann.
Wie verwundet nicht nur die Kriegsoper, sondern die ganze Gesellschaft war, zeigt das erste Kapitel in der Gipsskulptur eines kriegsversehrten Soldaten, dem die Büsten der Protagonisten, einerseits die des gewesenen Kaisers Karl I. und andererseits die des ersten Staatsoberhauptes Karl Seitz gegenübergestellt werden. Weiter geht es mit Auseinandersetzungen auf der Straße, die zum Teil noch mit den Waffen des Ersten Weltkriegs ausgetragen wurden. Blutvergießen gehörte zum Alltag einer von Propaganda und politischer Agitation zerrissenen Bevölkerung. Daraus wird im nächsten Kapitel organisierte Gewalt in einem autoritären Staat, die von paramilitärischen Verbänden, dem Bundesheer vulgo Barras und der Polizei bzw. der Gendarmerie ausgetragen wurde.
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