Kultur und Weindas beschauliche MagazinDie Mausefalle, Ensemble © Peter Buchecker DIE MAUSEFALLE fängt Opfer und Täter im Schneetreiben
Seit dem 25. November 1952 wird täglich im Londoner West End gerätselt, wer mit dem Kinderlied „Three Blind Mice“ einen Mord ankündigt und diesen auch tunlichst ausführt. Dank der Disziplin des Publikums bleibt das Geheimnis gewahrt und hat damit zu einem wohl unüberbietbaren Rekord geführt. „The Mousetrap“ ist das am längsten ununterbrochen (abgesehen von der Corona-Zwangspause) aufgeführte Theaterstück der Welt. Unter ihrem deutschen Titel wurde „Die Mausefalle“ nun auch im Theater Center Forum I aufgerichtet und anstelle von Speck mit dem Köder Spannung bestückt; mit der reizvollen Möglichkeit, sich in der Pension Monkswell Manor durch ungewöhnlich starke Schneefälle von der Außenwelt abschneiden zu lassen und nicht nur vor Kälte, sondern auch aus Angst vor dem nächsten Mord zu zittern. Die Truppe um Veronica Buchecker, bekannt als „Il Vero Teatro“, stellt dazu die von Agatha Christie erdachte Gesellschaft mit einem engagiert agierenden Ensemble. Martin Gesslbauer hat ein gemütliches englisches Zimmer geschaffen, mit Ledersofa im Zentrum, einem Kamin, den man sich mit wärmenden Feuer vorstellen muss, und genügend Aus- und Eingängen, durch die ein potentieller Täter seinen dunklen Machenschaften nachgehen könnte. Aus dem Radio ertönt gleich zu Beginn die Stimme von Jürgen Pfaffinger, der über einen seltsamen Mord an einer gewissen Maureen Lyon in London berichtet. So lange es das Wetter zulässt, erscheint in der von Mollie (Sandra Bern) und Giles Ralston (Thomas Bauer) neu eröffneten Pension Monkswell Manor eine Schar illustrer Gäste.
Szenenaufnahme aus Paradiso © Peter Buchecker PARADISO Einsamkeit und Entenfüttern verbinden
Dr. Martha Eisenbrunn ist pensionierte Schulleiterin und genießt die Zeit mit Spaziergängen im Park. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Enten im dortigen Teich. Sie kennt längst jedes einzelne Tier, namentlich den Grünschwanz, einen prächtigen Erpel. Die Vögel sind die Gesellschaft einer Frau, die weder Mann und Kind noch irgendwelche Verwandte hat. Sie sind außerdem unkomplizierter als Menschen, denen Martha aus dem Weg zu gehen versucht. Es gelingt nicht ganz. Denn eines Tages setzt sich eine Frau mittleren Alters neben sie auf die Bank und lässt sich auch durch Grobheiten nicht abschütteln. Vicky ist gelernte Krankenschwester, derzeit stellungslos und bald obdachlos. Sie stellt sich jedoch als Amateurdetektivin heraus, die das Dasein von Martha bis ins kleinste Detail recherchiert hat. Was will diese Frau? Die Skepsis der Älteren ist verständlich. Irgendwann gewinnt doch die praktische Seite dieser neuen Bekanntschaft die Oberhand. Vicky ihrerseits kann alte Leute pflegen und massieren, Martha hingegen verfügt über Geld und eine Wohnung, in der genügend Platz für eine zweite Mitbewohnerin ist.
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