Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Ensemble © Philine Hofmann

Roman Schmelzer, René Pohl, Jakob Eisenwenger, Günter Franzmeier © Philine Hofmann

EIN VOLSKFEIND „Skandalös“ spannend, weil ehrlich aktuell

Martina Ebm, Roman Schmelzer © Philine Hofmann

Martina Ebm, Roman Schmelzer © Philine Hofmann

Was nützt dir die Wahrheit, wenn du die Macht nicht an deiner Seite hast

Die neue Therme steht kurz vor der Eröffnung. Massen von Badegästen werden erwartet, das Kleingewerbe sieht einem ungeahnten Aufschwung entgegen, die Bewohnerschaft ist euphorisiert und überzeugt, diesen Segen ihrem Bürgermeister zu verdanken. Wie ein Hieb trifft diesen jedoch die Entdeckung seines Bruders, dem Kurarzt, dass „something in the water“ ist, nämlich eine weit über die Zulassungsgrenze hinausgehende Belastung mit Schwermetallen und Bakterien. Die Ursache ist bald entdeckt. Das Gift kommt aus der Fabrik von Morten Kiil, dem Schwiegervater des Arztes, und ist nur deswegen in das sogenannte Heilwasser gelangt, weil dessen Zuleitung einst viel zu tief angelegt wurde. Es kommt zum Bruderkrieg: ein von seiner Verantwortung überzeugter Mediziner gegen einen mit allen Wassern der Rhetorik gewaschenen Politiker, befeuert von einer Lokalpresse in den Händen eines Mäßigungsfanatikers.

Roman Schmelzer, Paul Eilenberger © Philine Hofmann

Roman Schmelzer, Paul Eilenberger © Philine Hofmann

Roman Schmelzer, Günter Franzmeier © Philine Hofmann

Roman Schmelzer, Günter Franzmeier © Philine Hofmann

Der Gesellschaftskritiker Henryk Ibsen, gewohnt an Skandale, die seine Stücke auslösen, lässt die Handlung in einer norwegischen Kleinstadt am Ende des 19. Jahrhunderts passieren – und wird seltsamerweise von seinen Landsleuten verstanden. Regisseur David Bösch belässt den Schauplatz zwar an Ort und Stelle, versetzt den dramatischen Rest aber in die Gegenwart und macht ihn so zu einem Paradebeispiel für ein Treiben, das sich genauso gut in der österreichischen Thermenlinie ereignen kann. Auf riesigen Projektionen (Bühnenbild und Video: Patrick Bannwart) wird für die neue Therme geworben, es werden darauf die sehr heutig hohl klingenden Reden des Bürgermeisters übertragen, per Lauftext breaking News aus der Redaktion des Volksboten verkündet und mittels entstellter Gesichter ein mögliches Szenar der verseuchten Zukunft angedeutet.

 

Die Auseinandersetzung beginnt auf einer Baustelle, ausgestattet mit Mischmaschine, Scheinwerfern und Staub. Die hochschwangere Kathrin (Martina Ebm), sie erwartet ihre Tochter Lisbeth, und als ihr Gatte Dr. Thomas Stockmann ein hochemotional agierender Roman Schmelzer kümmern sich noch sehr familiär um ihren Vater, den Fabrikanten Morten Kiil (Johannes Seilern). Die Eintracht zerfällt jedoch in dem Moment, als Thomas auf seine schreckliche Entdeckung zu sprechen kommt. Er konfrontiert per Mail seinen Bruder Peter Stockmann mit hieb- und stichfesten wissenschaftlichen Gutachten, laut denen eine Verwendung des Wassers lebensgefährlich ist.

Günter Franzmeier ist ein faszinierend geschliffener Lokalpolitiker, dem Investoren und Geld näher sind als unsichtbare Kolibakterien. Bald hat er die Presse auf seiner Seite, auch den jungen Redakteur Hovstad (Oliver Rosskopf), der für die Veröffentlichung seiner Artikel das OK des Herausgebers braucht. André Pohl pfeift als bestens vernetzter Aslaksen den Heißsporn auf der Stelle zurück und fordert Mäßigung, die sich angesichts der drohenden Katastrophe mehr und mehr lächerlich ausnimmt. Der Redaktionsgehilfe Billing (Jakob Elsenwenger) läuft zudem in den Magistrat über. Das entscheidende Duell, einen Vortrag, verliert Dr. Stockmann gegen seinen Bruder. Es bleibt ihm nur die resignierende Feststellung, dass die Mehrheit selten im Recht ist, jedoch über die Durchsetzungskraft des Unrechts verfügt. Am Ende bleibt er allein auf der Bühne zurück, verlassen auch von seiner Frau und Sohn Morten (alternierend Theodor Machacek/Theo Kapun/Paul Eilenberger) mit dem Resümee: „Was nützt dir die Wahrheit, wenn du die Macht nicht an deiner Seite hast.

Günter Franzmeier © Philine Hofmann

Günter Franzmeier © Philine Hofmann

Anna Karenina, Ensemble © Moritz Schell

Alexandra Krismer, Alexander Absenger, Alma Hasun, Claudius von Stolzmann, Silvia Meisterle © Moritz Schell

ANNA KARENINA Liebesg´schichten auf dem Eislaufplatz

Claudius von Stolzmann, Silvia Meisterle © Moritz Schell

Claudius von Stolzmann, Silvia Meisterle © Moritz Schell

Über das Unglück derjenigen, deren Dasein sich nur um die wichtigste Nebensache dreht

Amélie Niermeyer gibt in einem Gespräch für das Programmheft zu: „Uns war und ist bewusst, dass man der Fülle an Themen und Philosophien dieses Romans (Anna Karenina von Leo Tolstoi) niemals gerecht werden kann. Im besten Fall jedoch gehen die Zuschauenden nach Hause und lesen lustvoll nächtelang den Roman, um den großen Themen, die uns Menschen beschäftigen, weiter nachzuspüren.“ Sie setzt in ihrer Bühnenversion, gestützt auf eine Fassung von Armin Petras, auf die Liebe, gewiss in der Hoffnung, damit ein ewig attraktives Thema erwischt zu haben, und reduziert das mächtige Werk auf eine Romanze, der es im Endeffekt an wahrer Tiefe fehlt und die wohl deswegen stattliche Längen aufweist. Durch lockere, gewollt pointierte Dialoge, in denen die Betroffenen zwischen Erzähler und eigenen Worten pendeln, entsteht dennoch ein durchwegs heiteres Bild aus einer Zeit, in der russische Großfürsten, Grafen und Gutsbesitzer ihre erotischen und standesbedingten Händel ausgetragen haben. Aus dem Ende des 19. Jahrhunderts springt die Handlung immer wieder in spätere Epochen, teils in die wilden Zwanzigerjahre und stellenweise sogar in die Gegenwart. Um dem Ganzen Schwung zu verleihen, werden die Akteure auf das Eis geschickt, das nach der Pause jedoch geschmolzen sein dürfte. Wie denn auch? In einem an Piet Mondrian-Werke (Bühnenbild: Stefanie Seitz) erinnernden venezianischen Palazzo haben Schlittschuhe wirklich nichts verloren.

Alexander Absenger, Alma Hasun © Moritz Schell

Alexander Absenger, Alma Hasun © Moritz Schell

Alma Hasun, Alexander Absenger, Alexandra Krismer, Robert Joseph Bartl © Moritz Schell

Alma Hasun, Alexander Absenger, Alexandra Krismer, Robert Joseph Bartl © Moritz Schell

Robert Joseph Bartl im schlichten braunen Anzug als Fürst Stepan ist ganz der freundliche Zeitgenosse, der sich dem Eislauf versagt und den Krawall, den seine Schwägerin Kitty (Alma Hasun) als ambitionierte Komponistin auf einem Keyboard produziert, gnädig abdreht. Dass er neben luxusbedingter Geldknappheit außereheliche Amouren pflegt, ist eine Angelegenheit, an der sich naturgemäß seine Gattin Dascha (Alexandra Krismer) reibt. Sie sucht ausgerechnet bei der Schwester ihres Mannes Rat und Hilfe für die angeknackste Ehe.

Deren Auftreten, mit dem Silvia Meisterle als Anna Karenina ein emotionales Beben verursacht, lässt diverse Beziehungen ordentlich ins Wanken geraten. Die junge Kitty ist in den feschen Wronski (Claudius von Stolzmann) verliebt und gibt dem notorischen Grübler Lewin (Alexander Absenger) vorläufig einen veritabeln Korb. Wronski hingegen verknallt sich hoffnungslos in Anna. Er kümmert sich einen Schmarren um die Befindlichkeiten von deren Gatten (Raphael von Bargen als Karenin, der zwischen Ironie und Verzweiflung einen Ausweg aus der verfahrenen Situation sucht) und der bereits bestehenden Familie. Es gibt den Sohn Serjoscha (alternierend Florian Brenner, Cornelius Bruckmann, Christoph Löblich), den wie bei jeder Scheidung keiner der Ex-Partner verlieren will. Was aus Annie, dem Kind der Liebe aus der Verbindung Anna und Wronski, geworden ist, geht unter. So kann alles dem Selbstmord der Titelheldin zustreben, der trotz beeindruckender Videos überraschend und damit wie vieles andere in dieser doch oberflächlichen Version einer „Anna Karenina“ letztlich unverständlich bleibt.

Claudius von STolzmann, Silvia Meisterle © Moritz Schell

Claudius von STolzmann, Silvia Meisterle © Moritz Schell

Silvia Meisterle, Makus Kofler, Michael Schönborn © Philine Hofmann

Silvia Meisterle, Makus Kofler, Michael Schönborn © Philine Hofmann

DER IDEALE MANN oder Moral nur durch Erpressung

Michael Dangl, Sivlia Meisterle © Philine Hofmann

Michael Dangl, Sivlia Meisterle © Philine Hofmann

Oscar Wilde und Elfriede Jelinek, ein Dreamteam für komisch bissige Sprachspitzen

Eigentlich heißt das Stück „An Ideal Husband“, aber der Ehemann würde nicht ganz die Spannweite des Themas erfassen. Es geht, wie es im Theater in der Josefstadt heißt, um den „Idealen Mann“ an sich. Somit ist der Titel bereits ein Witz, über den man gerne lachen darf. Und trotzdem hat Oscar Wilde eine Frau erschaffen, die den Glauben an diese Unmöglichkeit nicht verloren und den Irrtum begangen hat, ein solches Exemplar zu ehelichen. Gertrud heißt die Gute, die als Musterbeispiel für hehre Prinzipien gilt. Sie vergöttert ihren Robert, p.t. Sir Robert Chiltern, Staatsekretär im Auswärtigen Amt. Er hat es zu Reichtum und Ansehen gebracht und ist auf dem Sprung auf die höchste Stufe der Karriereleiter. Wäre da nicht das Scheusal von Mrs. Cheveley, eine Lady zweifelhaften Rufs und gefährlicher Verschlagenheit. Sie ist im Besitz eines Briefes, der den armen Sir Robert auf der Stelle vernichten könnte. Aber er hat einen Freund, den Dandy und Nichtsnutz Lord Goring jun., auf den ersten Blick ein verkommenes Subjekt, das dazu aber mit seiner ganzen schrägen Persönlichkeit steht und am Ende als einziger Unangreifbarer übrigbleibt. Er könnte die Verkörperung des Autors sein, ebenfalls ein faszinierender Außenseiter der puritanischen Gesellschaft Englands. Gemeint war die Komödie als Parodie auf die korrupte Politik dieser Tage, aber schon nach den ersten Sätzen vermeint man, Berichte aus den aktuellen Nachrichten zu hören. Es hat sich seither also nichts geändert, außer die Namen der Protagonisten, die damals wie heute für die Weitergabe von Insiderwissen an der Börse, für Bestechung und Postenschacher stehen.

Michael Dangl, Martina Stilp © Philine Hofmann

Michael Dangl, Martina Stilp © Philine Hofmann

Silvia Meisterle, Matthias Franz Stein © Philine Hofmann

Silvia Meisterle, Matthias Franz Stein © Philine Hofmann

Regisseurin Alexandra Liedtke hat auf viktorianisches Ambiente verzichtet und elegant schmucklose Räume auf die Bühne stellen lassen, dazu kommt eine Personenführung, die sich fast puppenhaft an die einzelnen Typen hält und den Darstellern grazile Turnübungen abverlangt. Der Sprachwitz flackert nur so aus der Übersetzung von Elfriede Jelinek, die gesellschaftliche Verhältnisse durch Verschärfung der Pointen stellenweise zu deutlich macht. Aber Übertreibung kann nie zuviel sein, wenn man ein solches Ensemble wie im Theater in der Josefstadt zur Verfügung hat. Bereits Markus Kofler als Butler der Chilterns erweckt mit der entsprechenden Hochnäsigkeit einer subalternen Gestalt Erwartungen in feine Komik, die in der Folge mehr als erfüllt werden. Ein ähnliches Kaliber ist sein Kollege Phipps (Paul Matić), Diener von Lord Goring. Im harmlosen Flor der Ladies, der von Attaché Vicomte de Nanjac (Tobias Reinthaller) umschwärmt wird, wirken Elfriede Schüsseleder als Markby, Lisa Weidenmüller als Basildon und Anna Laimanee als Mrs. Marchmont.

Sie ist schuld daran, dass Mrs. Cheveley (Martina Stilp) die Party crasht, indem sie mit einem schamlosen Erpressungsversuch den Hausherren Sir. Robert Chiltern (Michael Dangl) in die schlimmste Bredouille bringt. Ist er doch seiner Gattin (Silvia Meisterle) nur als vollkommen integrer Mann bekannt, eben als Ideal eines Ehemannes. Über eine Reihe von Missverständnissen und überraschenden Wendungen gelingt es doch, das Unheil abzuwenden. Es ist das Verdienst von Matthias Franz Stein in der Rolle des jungen Lord Gorings. Er ist der einzige, der sich bezüglich Gerissenheit mit Mrs. Cheveley anlegen und nebenbei seinen sportlichen Body ganz nackt präsentieren kann. Dafür kriegt er auch am Schluss seine Braut, die burschikose Katharina Klar als Mabel Chiltern. Damit macht er endlich auch seinen polternden Vater (Michael Schönborn) glücklich, der zum Schlussgag direkt auf den Ballhausplatz in Wien führt, wo ein Ministeramt so lange von Hand zu Hand wandert, bis endlich alle mit der rotweißroten Schärpe geschmückt sind.

Katharina Klar, Paul Matić, Tobias Reinthaller, Lisa Weidenmüller © Philine Hofmann

Katharina Klar, Paul Matić, Matthias Franz Stein, Tobias Reinthaller, Lisa Weidenmüller © Philine Hofmann

Johannes Seilern (Hatzinger), Johannes Krisch (Bockerer), Alexander Strömer (Guritsch) © Astrid Knie

Johannes Seilern (Hatzinger), Johannes Krisch (Bockerer), Alexander Strömer (Guritsch) © Astrid Knie

DER BOCKERER als Feigenblatt über der Generalschuld

Johannes Krisch (Bockerer) © Astrid Knie

Johannes Krisch (Bockerer) © Astrid Knie

Der allzu gern gezeigte Widerstand eines Einzelnen „Marke Wiener Dorftrottel“

Es hat offenbar einen Schweizer gebraucht, um die berühmte österreichische Seele in schrecklichem Verbund mit der Weana Gmiatlichkeit auf offener Bühne so gekonnt bloßzulegen, um die Nachfahren derjenigen, die einst am Heldenplatz ihrem Führer zugejubelt haben, bis zu Standing Ovations zu begeistern. Stephan Müller hat für das Theater in der Josefstadt die „tragische Posse“ „Der Bockerer“ von Ulrich Becher und Peter Preses inszeniert, und er hat es geschafft, den Film von Franz Antel vergessen zu lassen. Ohne den entsprechenden Hauptdarsteller wäre ein solches Unterfangen jedoch wohl nicht möglich gewesen. Johannes Krisch, angetan mit blutverschmierter Schürze, ist die hinreißende Verkörperung des widerspenstigen bürgerlichen Fleischhauers und Selchmeisters Karl Bockerer.

Dieses Original, Dr. von Lamm (Oliver Rosskopf) bezeichnet Bockerer genervt als ein Exemplar „Marke Wiener Dorftrottel“, ist nicht zuletzt derart populär, weil es sich verhalten hat, wie wir es uns alle gewünscht hätten, als die Bevölkerung von allgemeiner Verwirrung und Wahnsinn erfasst wurde. Zu gern wird er als der Held hingestellt, der als der aufrechte Österreicher schlechthin Vernunft und Menschlichkeit vor die eigene Peson gestellt hat. Schaut´s doch, so sind wir eben! Das ist aber nichts als eine schwere Beleidigung des Herrn Bockerer. Denn einen solchen hat es damals nur selten gegeben und man müsste ihn auch heute wohl mit der Laterne des Diogenes suchen, kämen wir in eine ähnliche Lage – was durchaus sehr leicht passieren kann. Es bräuchte uns nur ein bisserl schlechter zu gehen und schon wäre der rechte Arm wieder oben zum Gruß eines neuen Führers.

Tobias Reinthaller (Hans), Ensemble © Astrid Knie

Tobias Reinthaller (Hans), Ensemble © Astrid Knie

Johannes Krisch (Bockerer), Martin Zauner (A. Selchgruber), Ensemble © Astrid Knie

Johannes Krisch (Bockerer), Martin Zauner (A. Selchgruber), Ensemble © Astrid Knie

Der Abend besticht mit seiner Aufteilung in einzelne, relativ kurze Szenen, in denen die jeweilige Situation dicht und berührend abgehandelt wird. Die jeweiligen Brücken bieten gespenstische Propaganda, die nicht nur einfachen Gemütern mit ihrer Perfektion und pathetischen Wirkung den Kopf verdreht hat. Immer wieder der zündende Badonviller, Hitlers Lieblingsmarsch, dazu ein Hakenkreuz, das auf dem Eisernen Vorhang wie die Sonne im Westen von Wien aufgeht, und Brandreden, die noch in den Bombenruinen aus dem Volksempfänger brüllten, haben die Leute bei der Stange gehalten. Nur ein Martin Zauner schafft es, diesen Unfug zu demaskieren und ins Lächerliche zu ziehen, wenn sein geisteskranker Alois Selchgruber als Hitler beim Bockerer einzieht und seine sattsam bekannten Parolen mit typisch rollendem R ausspeit. Die Ruhe in Person ist der Rechtsanwalt Dr. Rosenblatt (Ulrich Reinthaller). Er ist Jude und hat rechtzeitig vorgesorgt, um nach der letzten Tarockrunde und „Ihr Blatt, Herr Rosenblatt“ zu emigrieren.

S. Wiegand (Frau Blau), U. Reinthaller (Dr. Rosenblatt), A. Srömer (Herr Blau) © Astrid Knie

S. Wiegand (Frau Blau), U. Reinthaller (Dr. Rosenblatt), A. Srömer (Herr Blau) © Astrid Knie

Den ruhigen Hermann, einen Sozi (wieder Martin Zauner), erwischt es schlimmer. Er kommt im KZ um. Der verblendete Hans, Bockerer Junior, ist Tobias Reinthaller und dessen Mutter Binerl sind alternierend Alexandra Krismer und Ulli Maier. Beide Figuren sind eine sehr realistische Verkörperung des Nazis Wiener Prägung, ebenso wie der Pensionist Hatzinger (Johannes Seilern), der vor der Gestapo mehr Angst als vor dem eigenen Gewissen hat, und der stets der jeweiligen Herrschaft angepasste Rayonsinspektor Guritsch (Alexander Strömer). Die wirklich Bösen sind der SS-Mann Ferdinand Gstettner (Oliver Rosskopf), vor allem aber die drei Berliner Parteigenossen Marcus Bluhm, Oliver Huether und Alexander Strömer, die so richtig den Piefke herauskehren und damit klarmachen, wer die Schuld an dem ganzen Schlamassel zu tragen hat, natürlich die Deutschen, die den Herrn aus Braunau groß gemacht haben.

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Foto © Theater in der Josefstadt

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