Kultur und Weindas beschauliche MagazinOliver Schopf, BUWOG-Prozess, 2020 © Oliver Schopf DER SCHOPF IM WALD Lachhaft kritisches Meeting zum 25er
Das Karikaturmuseum Krems ist ein Kind der Generation Z. 2001 wurde es eröffnet und präsentiert sich seither gern vielbesuchte Heimat der spitzen Feder; ganz im Sinne seiner Väter Manfred Deix und IRONIMUS. Freilich gibt es zu diesem Anlass ein JUHUU-biläumsjahr, in dem auch für Babyboomer (1946-1964), Millennials (1981-1996) und sogar für die Generation Alpha (2010 bis zum Baby) ein gut verdauliches Menü angerichtet ist. Wer allerdings angesichts des Geburtsdatums einen Digital Nativ erwartet, wird enttäuscht. Die Objekte der Betrachtung hängen noch ganz analog an der Wand. Es sind Zeichnungen und Gemälde, denen man sich mit den Augen nähern muss, um ihren Witz zu erfassen. Es gibt nichts zum Wischen oder Scrollen, abgesehen von den eigenen Fotos, die man von diesem Besuch auf dem Smartphone mitnehmen darf.
Den Anfang macht ein Künstler, der nur einer eher erlesenen Community bekannt sein dürfte. Oliver Schopf (*1960 in Kitzbühel) ist seit 1988 für die Tageszeitung „Der Standard“ als Karikaturist tätig. Umso wichtiger ist sein Auftritt im Karikaturmuseum, wo sich ein breites Publikum in der Ausstellung „Nichts als die Wahrheit“ (bis 31. Jänner 2027) von seinem scharfen Strich und klaren Blick auf jeweilige politische und gesellschaftliche Ereignisse überzeugen kann. Wenn unsereins voller Ingrimm die Tagesnachrichten liest, nützt er sein überragendes Talent zum Zeichnen, um seinem Ärger Luft zu machen. Vieles von dem, was Schopf hier mit seiner Feder aufgespießt hat, darf im milden Licht der Vergangenheit belächelt werden, einiges ist aber noch topaktuell, wie das neckische Tänzchen des Traumpaares Wladimir Putin und Donald Trump, oder derart tiefsinnig, dass es sich jedem Zeitdiktat entzieht. Wenn auf einem meisterlichen Aquarell Charles Darwin mit Gott diskutiert und Voltaire als Moderator dazwischen geht, dann hat diese fiktive Talkshow zweifellos Ewigkeitswert. Sehnsucht Wald, Ausstellungsansicht Bis 1. Juli 2026 wird im ersten Stock unter dem Motto „Sehnsucht Wald“ zu einem mehr oder weniger erholsamen Spaziergang im Grünen eingeladen. Die Palette an Einzelthemen ist breit. Von Märchen bis zum Klimawandel, von umtriebiger Jägerei bis zum Sportplatz zwischen Fichte und Buche, zu jedem dieser Stichworte haben sich böse Pointen gefunden.
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