Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Robert Rauschenberg Image & Gesture, Ausstellungsansicht

Robert Rauschenberg Image & Gesture, Ausstellungsansicht

ROBERT RAUSCHENBERG Image & Gesture zwischen Kunst & Leben

Robert Rauschenberg Image & Gesture, Ausstellungsansicht

Robert Rauschenberg Image & Gesture, Ausstellungsansicht

Wuchtige Retrospektive für eine die internationale Kunstszene prägende Persönlichkeit

Florian Steininger, künstlerischer Direktor der Kunsthalle Krems, ist sichtlich stolz, Kurator einer Ausstellung zu sein, die sein Haus in die Liga von Museen in Houston, New York, Hongkong, Madrid, München und Köln rückt. Krems ist die letzte Station der musealen Robert-Rauschenberg-Retrospektive, die anlässlich seines 100. Geburtstags diesem Künstler weltweit gewidmet war. Steininger: „Das ist ein starkes Signal für die Qualität und das internationale Vertrauen in die Kunsthalle Krems als bedeutenden Kunststandort“, um diesen Jubel auch zu begründen: „Mit Rauschenberg setzen wir auf eine der tragenden Figuren der modernen und zeitgenössischen Kunst – einen Pionier und eine vielseitige Persönlichkeit der Pop-Art.

REVOLVER III, 1967, Museum Ludwig, K.ln/Schenkung Sammlung Ludwig 1976

REVOLVER III, 1967, Museum Ludwig, K.ln/Schenkung Sammlung Ludwig 1976

RANDOM WANT (SCENARIO), 2003, Private Collection, Courtesy of Faurschou

RANDOM WANT (SCENARIO), 2003, Private Collection, Courtesy of Faurschou

Um den auf den ersten Blick seltsam anmutenden Großformaten nahezukommen, öffnet ein Zitat Rauschenbergs einen Spalt für deren Verständnis: „Für ein Gemälde sind ein paar Socken ebenso tauglich wie Holz, Nägel, Terpentin, Öl und Stoff.“ Farbe und Pinsel wären dem 1925 in Texas geborenen Künstler zu wenig gewesen. Damit konnte er zwar mit heftigen Strichen Bilder im Sinn des Abstrakten Expressionismus malen. Sie wurden aber mit allerhand Gegenständen bereichert und so die Bildfläche um die dritte Dimension erweitert. Dazu kamen Motive, die zunächst durch das Abreiben von Zeitungsbildern entstanden. Sie tauchen schemenhaft in den „Transfer Drawings“ auf, um ab 1962 in den „Silkscreen Paintings“ mit der Technik des Siebdruckes ergänzt zu werden.

Dabei wurden fotografische Elemente fototechnisch auf Siebe übertragen und über die Leinwand gerakelt. Auf diese Weise entstand auch das längst ikonische Werk „Tree Frog“, das ebenfalls in Krems zu sehen ist. Die Möglichkeiten des Ausdrucks wurden durch Performances und Dance erweitert, wodurch die Grenzen zwischen darstellender und bildnerischer Kunst in radikaler Weise aufgehoben wurden. Im Spätwerk kam wieder Metall zum Einsatz, wie in „Copperhead-Bite IV“, einem Siebdruck auf Kupfer, und japanische Keramik. Mit diesen „Japanese Clayworks“ sah sich Rauschenberg als Brückenbauer zwischen den Kulturen und Nationen, aber auch zur Kunst der Alten, wenn er sich auf der schimmernden Oberfläche dieses hoch gebrannten Materials mit Kopien z. B. der „Ährenleserinnen“ von Jean-François Millet in Kombination mit Edgar Degas´ „Ballettsaal der Oper“ verbeugt. Denn Robert Rauschenberg glaubte fest an die friedlichen Kräfte, die ein über Kunst hergestellter Kontakt zwischen den Menschen birgt und uns letztlich alle zu einem gegenseitigen kreativen Verständnis führt.

STREAMER (SHINER), 1986 Collection of Peter C.A. Holm, Courtesy of Faurschou

STREAMER (SHINER), 1986 Collection of Peter C.A. Holm, Courtesy of Faurschou

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