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Ausstellungsansicht © KHM-Museumsverband

WES ANDERSON & JUMAN MALOUF und die Spitzmaus Mummy

Sarg der Spitzmaus Mummy © KHM-Museumsverband

Ein Filmemacher und eine Autorin wühlten in den 14 Sammlungen des Museums

Am meisten fasziniert hat den Filmemacher Wes Anderson und seine Partnerin Juman Malout, Autorin und Illustratorin, der Prunksarg einer Spitzmaus. Allein daraus ersieht man, dass die beiden Künstler ganz ohne den zu erwartenden Ernst an die Sache herangegangen sind. Aber sie schafften es, die zeitliche Amplitude, die sich in den im KHM versammelten Objekten über gute 5000 Jahre erstreckt, sichtbar zu machen; manches davon überhaupt zum ersten Mal, wofür ihnen ein großer Dank seitens der Besucher geschuldet ist. Ob er ihnen auch gewährt wird, ist eine andere Frage. Das Publikum strömt zwar durch die extra dafür gebauten kleinen, überschaubaren Räume, versucht im durchaus übersichtlich gestalteten Booklet die jeweilige Beschreibung der Ausstellungsstücke zu finden und erfreut sich an deren ästhetischer Farb- und Größenabstimmung, die so gar nicht nach einem thematischen Konzept aussieht, aber lässt es dabei meist bewenden. Hübsch, wirklich hübsch und eine Hetz, so lautet der Tenor in den Reaktionen auf „Spitzmaus Mummy in a Coffin and other Treasurs“ (bis 28. April 2019).

Ausstellungsansicht © KHM-Museumsverband

Mehr nicht! Aber Anderson und Malout wollten nichts anderes. Sie haben es darauf angelegt, ein sehenswerter Wurmfortsatz der Kunstkammer zu sein, ganz im Sinne der Wunder und Kuriositäten, die man nur einen Schritt weiter in ihrer vollen Pracht bestaunen kann.

 

Zuvor sollte man aber der aus Keramikperlen geknüpfte Kette aus dem Alten Ägypten, das älteste Objekt, und dem 5.000 Jahre später aus Holz geschnitzten Affen aus Indonesien begegnet sein. Sie erfüllen exakt den Auftrag, der auch in der dritten Folge dieser Reihe von international renommierten Künstlern kuratierten Ausstellungen ebenso gilt wie in Ed Ruschas „The Ancients Stole All Our Great Ideas“ und in Edmund de Waals „During th Night“. So wird auch die Begeisterung von Generaldirektorin Sabine Haag nahvollziehbar, wenn sie jubelt:

Ich bedanke mich bei Wes Anderson und Juman Malouf, unsere Einladung in das Kunsthistorische Museum angenommen und für ihre Auseinandersetzung mit unseren Objekten eine überzeugende Präsentationsform mit hohem ästhetischen Reiz gefunden zu haben. Wir hoffen, dass sich viele Besucherinnen und Besucher von diesem aufsehenerregenden Projekt im Kunsthistorischen Museum zu einem neuen Blick auf unsere Sammlungen inspirieren lassen.“ Was mit dieser charmanten Museums-Blödelei garantiert auch passieren wird.

Ausstellungsansicht © KHM-Museumsverband
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