Kultur und Weindas beschauliche MagazinVictoria Kirchner, Jonas Zeiler, Xiting Shan, Angela Schneider © Komödie am Kai HAROLD & MAUDE Hinreißendes Date bei einer Beerdigung
Maude saust mit ihrem Rollstuhl wie nix auf den Friedhof, klaut auf dem Weg dorthin Bäume, verstreut im Aufbahrungsraum Nüsse und bewirtet daheim ihren neuen Freund mit Tee, bevor sie sich von ihm zur Melodie von „Lippen schweigen, s´flüstern Geigen“ im Walzertakt drehen lässt. Was wie eine originelle Idee des Regisseurs Boris von Poser aussieht, ist, man möchte es nicht glauben, eine Notlösung. Die prominente Schauspielerin Daniela Ziegler hat tatsächlich einen Gips am Bein; ein blöder Unfall während der Probenzeit für „Harold & Maude“ in der Komödie am Kai. Nur ein wahrer Profi lässt sich davon nicht von dieser Traumrolle abhalten, mehr noch, Ziegler integriert die fahrbare Gehhilfe wie selbstverständlich in die Inszenierung dieser berührenden Komödie und hat damit das ursprüngliche Anliegen von Autor Colin Higgins um einen reizvollen Akzent bereichert.
Es geht um den 20jährigen Sohn der Witwe Mrs. Chasen, die Angela Schneider von anfänglicher Gelassenheit allmählich an den seltsamen Ideen dieses Burschen verzweifeln lässt. Harold probt mit ausgefeilten Techniken den Selbstmord. Jonas Zeiler ist der junge Mann, der mit seiner Show nicht nur beim Hausmädchen Marie (Xiting Shan) Schrecken verursacht und offenbar kein Verständnis für die von ihm verursachte Panik aufbringt. Nachdem eine Sitzung beim befreundeten Therapeuten Dr. Matthews (Robert Mohor) nichts gebracht hat, wird eine Heirat angedacht. Ein Institut schickt drei Kandidatinnen (Victoria Kirchner als Sylvie Gazel, Nancy Mersch und die dem Brautwerber wider Willen gewachsene Schauspielerin Sunshine Doré). Was alle nicht wissen:
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