Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Gewinnen Sie 3 x 2 Eintrittskarten zur Landesausstellung Niedeerösterreich 2019 Welt in Bewegung!. Sie brauchen dazu nur auf den Button

 

Gewinnspiel

 

zu klicken. Es öffnet sich ein Mail mit dem Betreff „Gewinnspiel Landesausstellung NÖ“. Namen und Adresse einsetzen und abschicken. Die Gewinner werden am 22. Mai 2019 ermittelt. Die Tickets werden postalisch zugestellt.

Wir gratulieren den Gewinnern: Hermine Simondes, Christa Käfer, Zoltan Martin Kerezsi

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ausstellungsanischt in den Kasematten

WELT IN BEWEGUNG! am Verkehrsknotenpunkt Wr. Neustadt

Ausstellungsansicht mit dem berühmten Sascha von Ferdinand Porsche

Geschichte und Reiselust im ehemaligen Kloster und in den Kasematten

Obwohl von Wr. Neustadt Ende des Zweiten Weltkriegs aufgrund schrecklicher Bombardements nicht mehr viel übrig geblieben war, hat sich dennoch der Charme einer mittelalterlichen Stadt bewahrt. Große Teile der Stadtmauer sind ebenso erhalten wie auch spätgotische Reste des Klosters St. Peter an der Sperr und die für militärische Zwecke schon einst bombensicher gebauten Kasematten. So wird der Besucher der Landesausstellung „Welt in Bewegung! Stadt.Geschichte.Mobilität.“ (bis 10. November 2019) vom Kloster aus durch die verwinkelten Gassen der Innenstadt auf die andere Seite geführt, um diese Zeitreise durch „bewegte Welten – gestern, heute, morgen“ auch durch die eigenen Schritte zu empfinden.

 

Wo einst Dominikanerinnen, dann deren Mitbrüder und später die Clarissinnen im Kreuzgang und in der Kirche ihre Chorgebete verrichteten, hat man einen modernen Zubau geschaffen, der dem „Kosmos der Stadt – über die Grenzen hinaus“ gewidmet ist. Man taucht ein in die Historie einer Siedlung, die stets an irgendeiner Grenze gelegen ist. Zuerst waren es die Ungarn, die von den Babenbergern an die Leitha zurück gedrängt werden konnten.

Die Semmeringbahn, Ausstellungsansicht in den Kasematten

Zu ihrer Abwehr wurde im 12. Jahrhundert die Neustadt gegründet und konnte dank des Lösegelds, das man für den englischen König Richard Löwenherz erhalten hatte, entsprechend befestigt werden. Anfangs verlief die steirische Grenze noch nördlich der Stadt, bei der Neustädter Spinnerin am Kreuz, bis sie im 13. Jahrhundert dem Herzogtum Österreich zugeschlagen wurde. Kaiser Friedrich III. und dessen Sohn Maximilian I. regierten von hier aus und machten so den Namen Neustadt (das „Wiener“ kam erst viel später als Unterscheidungsmerkmal dazu) in der Welt bekannt. Matthias Corvinus, der Eroberer aus Ungarn, gilt bis heute als eine der großen Persönlichkeiten der Stadt. Während des 19. Jahrhunderts entwickelte sich hier eines der industriellen Zentren der Monarchie.

Installation in St. Peter an der Sperr © Landesausstellung NÖ 2019

Es wurden Flugzeuge und Eisenbahnen gebaut, Pioniere des Automobils legten den Grundstein zur heutigen KFZ-Technik und erste Fabriken für Produkte des täglichen Bedarfs wurden im nahe Umland errichtet. Die Menschen aus der Region fanden Arbeit, was wiederum eine weitere Besiedlung als aller Herren Länder mit sich zog und die Neustadt zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Osten von Österreich machten. Seit dem 17. Jahrhundert gab es hier eine kaiserliche Waffenschmiede, die im Ersten Weltkrieg zu einer mächtigen Rüstungsindustrie ausgeweitet wurde und im Zweiten Weltkrieg beinahe zum Verschwinden dieser Stadt geführt hat. Aber immer waren es prägende Persönlichkeiten, die zum ursprünglichen Aufstieg und zum Wiedererstehen geführt haben. Man trifft sie, wenn man aus dem beschaulichen Kreuzgang heraus in das Kirchenschiff tritt. In einer den Raum füllenden ansteigenden Installation kommen sie zu Wort. Um ihre Botschaft zu vernehmen, muss man lediglich genau hinschauen und darf sich nicht von den Spiegeln in Menschengestalt ablenken lassen.

Ausstellungsansicht in den Kasematten

Nach einem Spaziergang quer durch die Innenstadt gelangt der Ausstellungsbesucher zum zweiten Teil. Die Kasematten sind eine unterirdische Welt, die ihre einstige Funktion bis heute in düsteren Gewölben spüren lässt. Von hier aus wurden die Verteidiger auf den Stadtmauern mit Waffen und Munition beliefert. Heute ist die Bastei dieser Anlage Ort für, wie man es bei den Ausstellungsmachern ausdrückt, „erlebnisorientierte Architektur“, in der Geschichten der Mobilität erzählt werden.

Riesige Bücher aus Holz sind die „Regale“ für einzelne Themen, die mit überdimensionalen Nippesfiguren auf ihnen dargestellt sind. Von den Römern angefangen über die Völkerwanderung, die Wallfahrten bis herauf zur Semmeringbahn, die mit wachsender Mobilität die Sommerfrische in der Gegend gefördert hat. In den langen Stollen wird auf die durch verschiedenste Fahrzeuge gewonnen Freiheit, aber auch auf die vielfältigen Möglichkeiten des Transports vom Pferdefuhrwerk bis zum LKW eingegangen. Dieser Teil der Schau ist vielleicht der am meisten beeindruckende, da es sich bei den Objekten durchwegs um reale Gegenstände wie das Pannenmotorrad des ÖAMTC, ein frühes Automobil oder einen Truhenwagen für den Traubentransport handelt.

Ein Blick in die Zukunft des Reisens wird zuletzt mit einem Blick ins Weltall aufgetan. Nicht dass wir bald per Raumschiff zu den Gestirnen im großen Wagen oder im Orion unterwegs sein würden, aber es stellen sich doch Fragen, was auf uns diesbezüglich zukommen könnte. Der Sternenhimmel hier tief unter der Erde ist weit und offen für Visionen der Mobilitätsstrategen, die seinerzeit aus einer Stadt und deren Umland ein Zentrum für Innovationen in vielfältigsten Industrien geschaffen haben.

Ausstellugnsansicht in den Kasematten
Landesausstellung NÖ 2019 Logo breit

Statistik