Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Gewinnspiel!

Gewinnen Sie 3 x 2 Karten für einen Besuch der Schallburg. Dazu einfach den Button

 

GEWINNSPIEL

 

anklicken, ein Mail mit dem Betreff Gewinnspiel Schallaburg öffnet sich. Name und Adresse eintragen und abschicken.

Die Gewinner werden am 1. August 2018 ermittelt und per Mail verständigt. Die Tickets werden per Post geschickt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer aus dem Museé du Louvre, Paris

BYZANZ & DER WESTEN 1000 (beinahe) vergessene Jahre

Venedig von © Angelo Monne

Ein Blick auf den einstigen Glanz und den sagenhaften Reichtum der Stadt am Bosporus

Während von der Donau die letzten Legionäre abgezogen werden und Völkerschaften nach Süden vordringen und dem Weströmischen Reich damit ein Ende setzen, kann sich die andere Hälfte, der Osten und seine römischen Kaiser noch 1000 Jahre in aller ihrer Pracht entfalten. Die Hauptstadt Konstantinopel ist mit schier unüberwindlichen Mauern abgesichert. Die strategisch einzigartige Lage zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mare Nostrum, also dem Mittelmeer, verschafft ihr eine Vormachtstellung in jeder Beziehung. Byzanz ist militärisch eine Macht, es beherrscht den Handel und lebt ungebrochen eine Hochkultur, die in den umliegenden Weltteilen in diesem Jahrtausend durch die Völkerwanderung zuerst zerstört und dann erst mühsam im fränkischen Reich und auf der anderen Seite in den vom Islam eroberten Gebieten wieder aufgebaut werden muss. Der Neid des Westens auf alle diese Vorteile ist erklärlich, zumal vor allem das längst als Staatsreligion etablierte Christentum des Ostens hartnäckig den Anspruch der römischen Bischöfe auf den Primat in der Kirche in Zweifel zog.

Insel mit Wegweisern im Hof der Schallaburg

Ein Kreuzzug, der an sich gegen die von Osten andrängenden Muslime mit dem Ziel Heiliges Land gedacht war, kann der Versuchung einer Eroberung von Konstantinopel nicht widerstehen. 1204 kommt es zur Katastrophe, die bis dahin als undenkbar gegolten hatte. Soldaten einer französischen und venezianischen Flotte überwinden die Mauern und plündern die Schatzkammern der Stadt. Das Oströmische Reich, oder das, was noch davon verblieben war, schafft es dennoch, sich neu zu erfinden, obgleich viele Hafenstädte an Venedig abgetreten werden mussten und damit viel von der eigentlichen wirtschaftlichen Substanz verloren gegangen war. Als regionale Macht überlebt Byzanz noch zwei Jahrhunderte. Erst 1453 fällt Konstantinopel an die Osmanen. Das Byzantinische Reich ist Geschichte, sein Erbe wirkt aber weiter und ist in der orthodoxen Welt bis heute gegenwärtig.

Byzanz und der Westen, Ausstellungsansicht

Die Ausstellung BYZANZ & DER WESTEN 1000 VERGESSENE JAHRE (bis 11. November 2018) nützt in toller Manier die Möglichkeiten dieses Schauplatzes. Innerhalb der dicken Mauern der Schallaburg könnte der Besucher die Zeit vergessen, wenn er an einem massiv mit Edelmetall beschlagenen Tragaltar, an Ikonen mit Goldhintergrund oder ehrwürdigen Handschriften antiker Autoren vorbeiwandelt und die Klänge einer byzantinischen Orgel vernimmt. Ganz gezielt wird er dazwischen jedoch aus seiner Zeitreise in die Gegenwart geholt, um sich über das Gezeigte seine Gedanken zu machen. An Videostationen geben ihm Ausstellungsmacher und Wissenschaftler wertvolle Hintergrundinformationen.

Weiße Schubladen, zwischen denen sich Fenster aufs Meer hinaus öffnen lassen, irritieren und nüchtern eingerichtete Ecken laden zum Hinsetzen und Diskutieren ein. Etwas karg werden die Querelen zwischen den Theologen Ostroms und dem Westen behandelt, die sich um scheinbare Nichtigkeiten entzündet haben, um vom Dissens zum dauerhaften Schisma in der christlichen Religion zu führen. Doch ist es gottlob nicht das einzige Erbe, das uns aus diesen 1000 vergessenen Jahren verblieben ist, man denke nur an den Jugendstil, der vieles in seiner Formensprache dem Kunstgeschmack der Byzantiner nachempfunden hat.

Im Zentrum steht das Mittelmeer, das Byzanz sowohl den Reichtum als auch die Feinde aus dem Westen gebracht hat. Im Terrakotta geschmückten Arkadenhof trifft man auf eine Insel mit Wegweisern und zwischen den Bögen hängen blaue Illustrationen von Küstenstädten des Mittelmeeres wie Karthago, Venedig oder Zadar. Geschaffen wurden sie vom italienischen Künstler Angelo Monne, der in diesen Bildern Geschichte, Gegenwart und sogar eine Andeutung von Zukunft zeigt.

Byzantinische Orgel, nachgebaut von RGZM Projekt Orgel
Schallaburg Logo quer 600

Statistik