Kultur und Weindas beschauliche MagazinGo West, Ensemble © Rene Brunhölzl GO WEST Country Music im Saloon beim Riesenrad
Die „Goldmine“ im Wiener Wurstelprater will nicht und nicht die entsprechenden Nuggets abwerfen. Betreiberin des unergiebigen Claims ist Dolly (Missy May), Chefin eines nicht gerade umtriebigen Personals. Die reife Maria (Tania Golden), die durch und durch einfach gestrickte Sabine (Laura Luisa Hat) mit einem reichen Fundus an Sprichwörtern und der als Folk-Sänger verkannte Johnny (Werner Auer), der sogar drei Jahre in Nashville Tennessee gewesen sein will, hängen tatenlos an der Bar herum und scheiben dort einen halblustigen Schmäh. Martin Oberhauser als windiger Manager Jacky macht das Kraut auch nicht fett. Er borgt sich lieber von Dolly deren letzten Zaster und besäuft sich mit seinen drei einzigen Freunden Johnny Walker, Jim Bim und Jack Daniels. Wenn Schurli auftaucht, ein gefährlicher Praterstrizzi, und die dort investierten Dollars zurückfordert, wird es brenzlig, denn an der Seite von Boris Pfeifer ist dessen Leibwächter Wiesel (Vincent Bueno), der wie sein Herrchen keine Brutalität scheut. Erdacht haben sich diese im Grund trostlose Ausgangssituation Peter Hofbauer & Markus Gull, die mit der Musik von Christian Deix ein flottes und vor allem gaudiges „Austro Western-Musical“ mit dem Titel „Go West“ geschaffen haben. Als Erlöser aus der wirtschaftlichen Misere erscheint Andy Lee Lang. Sein Gogo ist ein Rocker, dem es ebenfalls an Erfolg mangelt. Als sich darob der Blues einstellt, sucht er Hilfe bei Prof. Feiertag, einem verrückten Nervenarzt (wieder Pfeifer). In einer Rückführung in frühere Leben wird er zu Buffalo Bill, dem legendären Western-Showman, und nebenbei ein Country Sänger, der die marode Bar retten könnte.
Liebesgeschichten & Heiratssachen, Ensemble © benjaminwald.at LIEBESGESCHICHTEN & HEIRATSSACHEN Nestroy gratuliert J. Strauss zum 200er
Was hätte ein solches Gespann nicht alles schaffen können?! Johann Nestroy (1801-1862) als Librettist für den Operettenkomponisten Johann Strauss Sohn (1825-1899). Es hat nicht sollen sein! Bis 2025, als Peter Hofbauer, Prinzipal im Metropol Wien, ein wenig nachgeholfen hat. Gemeinsam mit dem Musiker Florian Schäfer wurde ein Musical kreiert, das mit Themen aus Walzern und Polkas von Strauss die an Nestroy angelehnte Geschichte von den „Liebesgeschichten & Heiratssachen“ zum Singen und Tanzen bringt. Ein erster, sehr überzeugender Erfolg dieses Experiments wurde bereits mit dem Schlossfestival Weitra im Sommer gefeiert und nun mit einem begeisterten Publikum bei der Premiere in Wien prolongiert.
Peter Kratochvil hatte das Vergnügen, bei dieser Neuschöpfung Regie zu führen. Schließlich steht ihm eine flott aufspielende Band und ein Ensemble zur Verfügung, das neben perfektem Gesang und Tanz auch den Wiener Schmäh virtuos beherrscht. Das erklärte Ziel dieser Posse ist ja eine Art Massentrauung. Das erste, an sich logische Paar sind Alfred (Michael C. Havlicek) und die Tochter des Hausherren Valentina Fett (Katrin Fuchs), zwei junge Leute, die sich ganz natürlich ineinander verliebt haben. Das Problem: Alfred ist der inkognito anwesende hochwohlgeborene Sohn des Marchese Vincelli (Alfred Pfeifer), der einem gesellschaftlichen Abstieg schwerlich zustimmen wird. An der Lösung dieses Problems arbeitet unter anderem die Wahrsagerin Yvonne (Laura Luisa Hat), die den alten Geldsack mit ihren Reizen gekonnt umgarnt – wer kennt das nicht: Greis und junge Frau im Doppelbett. Ein schwer zu knackender Junggeselle ist der Wirt von nebenan.
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