Kultur und Weindas beschauliche MagazinEnrique Gasa Valga Dance Company © Mariu Müller VIVA LA VIDA Getanzte Tagebücher von Frida Kahlo
Das Leben hat es mit der Frida Kahlo nicht gut gemeint. Mit sechs erkrankte sie an Kinderlähmung, von der eine Beeinträchtigung ihres linken Beines blieb. Mit 18 wurde sie im Zuge eines Autobusunfalls schwer verletzt und ihr Körper lebenslang davon gezeichnet. Sie verstarb mit nur 47 Jahren, nachdem man ihr ein Bein amputiert hatte und sie an den Rollstuhl gefesselt war. Geblieben waren ihr die Hände, mit denen sie malte, und eine ungebrochene Lust am Dasein, wenngleich die Liebe so manche Streiche spielte und sie einmal sagen ließ: „Es gab zwei große Unfälle in meinem Leben. Einer war der Bus, der andere Diego. Diego war mit Abstand der schlimmste.“ Neben ihrem geliebten Vater war der Maler Diego Rivera ihr Lebensmensch, der sie unter anderem mit ihrer eigenen Schwester betrog, aber dennoch bis am Schluss an ihrer Seite verharrte.
Vielleicht ist das Faszinierende an dieser Produktion der krasse Gegensatz, wenn die Tagebücher einer in der Bewegung behinderten Frau von der Enrique Gasa Valga Dance Company von einem schwerelosen Ballett umgesetzt werden. In klar choreographierten Szenen werden die wesentlichen Stationen des Lebens von Frida Kahlo erzählt. Die Heldin selbst wird von zwei Tänzerinnen dargestellt. Lara Brandi und Alice Amorotti verkörpern den inneren Zwiespalt dieser Frau, die auf der einen Seite ungemein stark war, sich politisch engagierte und nebenbei bei einem Aufenthalt in Paris ein sexuelles Verhältnis mit Josephine Baker (Oumy Cisse) und daheim mit dem im Exil befindlichen Revolutionär Leo Trotzki (Mitsuru Ito) einging.
Yamato, Szenenmotiv © Hirohsi Seo YAMATO Das Geheimnis der Trommler aus Japan
Wenn die Frauen und Männer in tradituionellen Kostümen mit einem Gewitter an Schlägen über die Bühne wirbeln, an der Seite die Trommel eng mit ihrem Körper verbunden, meint man, die Dämonen eines Buddha-Tempels seien entkommen, so unheimlich nimmt sich diese artistische Darbietung aus. Vom größten Instrument von der Mitte aus wummert das dumpfe Gerüst, das von einem dichten Teppich an helleren streng rhythmischen Geräuschen gefüllt wird. Zu erleben sind die Taiko-Virtuosen von Yamata, eine japanische Truppe unter Masa Ogawa, der diese Formation 1993 gegründet hat. Er hat die bis dahin eher konservative Kunstform für eine neue und vor allem visuelle Richtung geöffnet. Zur beinahe heiligen japanischen Tradition der Trommeln wurden Spaß und zeitgenössische Beats gemischt, die zusammen eine begeisternde Show ergeben. Die Musiker sind damit längst zu Stars geworden, die mit ihrem Können das Publikum auf der ganzen Welt begeistern. Bis 22. Dezember 2024 gastiert Yamata unter dem Motto „Hinotori – Die Flügel des Phönix“ im MuseumsQuartier Halle E. Die Philosophie dahinter ist das Auskosten purer Energie, die bei einem ihrer Auftritte auch in größtem Maß erforderlich ist. So ist zu erfahren, dass das Training jeden Tag um 6.30 Uhr mit einem 10-Kilometerlauf beginnt und mit Kraftübungen wie dem Stemmen der Shime-Daikos (eine bestimmte Form der Trommel) fortgesetzt wird. Pro Show verschwitzt ein Trommler zwischen zwei bis drei Kilogramm seines Körpergewichts.
|














