Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


 Deck 50 – Leitsystem im Museum © NHM Wien, Christina Rittmannsperger

Deck 50 – Leitsystem im Museum © NHM Wien, Christina Rittmannsperger

DECK 50 Spielerisch an Bord der Wissenschaft gehen

 Dinoshow © Stefan Gergely

Dinoshow © Stefan Gergely

Dank faszinierender Technik die Zusammenhänge der Natur begreifen

Eine zwölf Meter lange LED-Wand wird zur zeitgemäßen Schiefertafel und bildet das praktische Herzstück des neu adaptierten Raumes namens Deck 50. Die Besucher hocken auf Bänken gegenüber und schauen fürs erste in ein Aquarium. Der Unterschied zu einem mit Wasser gefüllten Glaskasten ist das sich hier regende Leben. Es ist virtuell. Fische, Einsiedlerkrebse und andere, teils seltsame Meeresbewohner können mit ein paar Handgriffen eingescannt werden, um damit die Landschaft am Grund dieses Gewässers zu bereichern. Was dort schwimmen soll, kann vom Benutzer bestimmt werden. Man muss nur eine entsprechende Zeichnung anfertigen, wobei es sich dann durchaus um ein Tierchen handeln kann, das nicht der Liebe Gott, sondern deine Phantasie erschaffen hat. An anderen Tagen steht man vor einer Höhlenwand und kann diese ganz in der Manier unserer sehr frühen Ahnen mit bunten Bildern schmücken. Mit einem Klick wird aus dem Open Deck, wie es hier heißt, eine Dinoshow. In der Trias tun sich zwei Raubsaurier grad gütlich am Kadaver eines Plateosaurus, bevor per Zoom durch baumgroße Farne eine Herde dieser massigen Pflanzenfresser nach vorne geholt wird.

  "Meet a Scientist" © Stefan Gergely

"Meet a Scientist" © Stefan Gergely

 Station "Wolf" © Ars Electronica Futurelab

Station "Wolf" © Ars Electronica Futurelab

Eine Kamera erlaubt die Zeitreise über gut 200 Millionen von Jahren in diese erdgeschichtliche Epoche. Sie setzt den Zuschauer, der es gewagt und sich vor der LED-Wand aufgestellt hat, mitten in diese urzeitliche Landschaft. Mit etwas Glück kann der die gefräßigen Dinos vertreiben und den Plateo sogar streicheln. Neben dem Erlebnis heißt´s natürlich auch lernen. Bei den Sitzplätzen liegen Tafeln mit einfachen QR-Codes, die beim folgenden Quiz zum Einsatz kommen. Unter dem Motto „Licht und Dunkelheit“ werden Fragen eingespielt. Die Tafel ermöglicht vier Antworten, die von einer Kamera erfasst und in einem Feld preisgegeben werden. Dem Gewinner winken als Belohnung ein Stockerlplatz mit Feuerwerk.

 

Umgezogen auf Deck 50 ist auch das 25 Jahre alte und nun elektronisch adaptierte Mikrotheater. Gut erkennbar werden Mikroorganismen auf die LED-Wand gespielt, zum Beispiel das rege Treiben von Bakterien in einem Tropfen Jauche – diese doch unappetitliche Trägerflüssigkeit wurde deswegen gewählt, weil sie genügend viele dieser nur aus einer Zelle bestehenden Lebewesen enthält, um sie auch verlässlich zeigen zu können. Wasserflöhe werden unter dem Mikroskop zu Giganten, deren weibliche Spezies deutlich sichtbar ihre Eier unter dem Rücken trägt.

 Deck 50 - Raumansicht © Mag. Gebhard Sengmüller

Deck 50 - Raumansicht © Mag. Gebhard Sengmüller

 Deck 50 - Raumansicht © Mag. Gebhard Sengmüller

Deck 50 - Raumansicht © Mag. Gebhard Sengmüller

Die damit befassten Wissenschaftler haben sichtlich ihren Spaß daran, Laien in diese dem Auge normaler Weise verborgene Welt blicken zu lassen. So gibt es auch bei „Meet a Scientist“ aufschlussreiche Begegnungen mit Forschern des Naturhistorischen Museums. Die „Geheimnisse des Korallenschleims“ werden gelüftet und die Essbarkeit von Mollusken als Ersatz für Fischgerichte nahegebracht. Über aktive Bildschirme kann man im Ars Electronica Futurelab das Problem „Wolf“ in unseren Wäldern diskutieren oder anhand eines Menschen aus der Hallstattzeit über Ressourcen schonende Mode nachdenken. Ein sich durch klinische Sauberkeit auszeichnendes Labor lässt erahnen, wie Biologen arbeiten, um zu aktuellen, uns alle betreffenden Ergebnissen zu kommen. Wann dieses umfangreiche Erlebnis möglich ist, gibt es unter dem Link zu Deck 50 im NHM Wien zu erfahren.

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