Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


 Katharina Gorgi, Juliette Khalil, Jugendchor  © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Katharina Gorgi, Juliette Khalil, Jugendchor © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

ROXY UND IHR WUNDERTEAM Steilpass nach Ungarn, Csardas und Tor!!!

Katharina Gorgi (Roxy), Jörn-Felix Alt (Gjurka Karoly)  © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Katharina Gorgi, Jörn-Felix Alt © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Eine Vaudeville-Operette von Paul Abraham, dem genialen Klangmixer von magyarischer Folklore und Jazz

Fußball und Bühne, können sich diese beiden Publikumsmagneten wirklich vertragen? Auf dem Rasen herrscht das Prinzip der Spontaneität, man weiß nie, was in der nächsten Sekunde passiert. Im Theater sollte nichts zufällig sein, sonst artet das Geschehen alsbald in Chaos und einen früh gefallenen Vorhang aus. Die beiden Großmeister des geschrieben Wortes, Alfred Grünwald und Hans Weigel, haben trotzdem die Marriage versucht und das Libretto für eine sogenannte Vaudeville-Operette geschrieben. Da der Komponist Ungar war – Paul Abraham ist in Apatin (heute Serbien) zur Welt gekommen – musste die Fußballmannschaft in Dressen für Rot-Weiß-Grün auflaufen. Das eigentliche Wunderteam machte allerdings in Österreich Furore, als es Anfang der 1930er-Jahre sogar die Europameisterschaft gewann und beispielsweise Ungarn in einem Revanchematch 8 : 2 vom Feld putzte. Aber was tut man nicht alles, um einen zu seiner Zeit gefeierten Komponisten wie Paul Abraham zu gewinnen. Aus dem ebenfalls noch in Transleithanien geborenen Matthias Sindelar, Kapitän, genialer Mittelstürmer und wegen seiner theatralischen Fallsucht „der Papierene“ genannt, wurde Gjurka Karoly und der Rest der Fußballer kurzerhand Mitglieder der ungarischen Nationalelf. Dass diese jemals gegen England auf der Insel gesiegt hätte, ist frei erfunden.

Die Fußballelf der Volskoper © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Die Fußballelf der Volskoper © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Christoph Wagner-Trenkwitz und das Mädchenpensionat © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Christoph Wagner-Trenkwitz und das Mädchenpensionat © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Aber historische Fakten sind selten unterhaltsam. So darf auch die Braut Roxy am Hochzeitstag ihrem Bräutigam abpaschen, sich den Fußballern anschließen und in den Mittelstürmer verlieben. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, erscheint die reizende Belegschaft eines Mädchenpensionats im Trainingslager, samt verbiesterter Gouvernante, die allerdings dem fragwürdigen Charme des reichen, aber ungemein geizigen Onkels von Roxy erliegt.

 

Dank der Regie von Andreas Gergen, der wahrlich Sinn für Humor hat, ist es ein richtiger Volksopernspaß, wenn Balltreter feurig mit Internatszöglingen Csardas tanzen. Obwohl von den durchaus ins Ohr gehenden Melodien keine als Evergreen überlebt hat, hört man sie trotzdem gerne. „Glückliche Reise auf jedem Geleise“ ist nicht gerade tiefsinnig, aber es hat Schwung, „Überall gibt’s schöne Mädchen, die man küssen kann“ findet sich nicht auf YouTube, aber es verleitet zum Mitsummen, und beim Schmachtfetzen „Einmal wird das Wunder geschehen“ ist träumen erlaubt. Paprikás mit Hot Dog, oder anders gesagt, ungarische Weisen im Shaker gemixt mit amerikanischen Jazzelementen, machen den Reiz dieser Musik aus. Dirigent Kai Tietje am Pult des Volksopernorchesters lässt stellenweise richtig die Sau raus. Das spornt auch das Ensemble an.

Juliette Khalil, Peter Lesiak © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Juliette Khalil, Peter Lesiak © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Solisen, Ensemble, Komparserie  © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Solisten, Ensemble, Komparserie © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Jörn-Felix Alt ist der pflichtbewusste Stürmer, der Roxy mit seiner Zögerlichkeit fast zum Wahnsinn treibt. Aber Katharina Gorgi hat mehr drauf, als nur hübsch und temperamentvoll zu sein. Wenn sie wie ein Primas mit der Geige aufspielt, dann müssen einem Ballesterer einfach die Ohren schnackeln. Den Schmäh gepachtet hat Juliette Khalil, deren Lika Pirnitzer sich Tormann Hatschek (Peter Lesiak) unter den Nagel reißt. Als Radioreporter mit flinker Zunge kommentiert Christoph Wagner-Trenkwitz den Heimsieg über England, während Hausherr Robert Meyer im Schottenrock als Senfgurkenkönig Sam Cheswick den bei der Wette verlorenen paar Pence nachweint und in einem Couplet ganz unumwunden zugibt, dass man auch mit dem Applaus sparen sollte, denn dieses Stück hätte solchen einfach nicht verdient. Hier muss ihm widersprochen werden. Zu Recht gab es bei der Premiere laute Bravorufe und lang anhaltenden Beifall.

Ino the Woods Ensemble © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

INTO THE WOODS Märchen a la Stephen Sondheim

Robert Meyer (Geheimnisvoller Mann), Bettina Mönch (Hexe)  © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Ein Musical mit Hexen, Riesen, Prinzen, einem gehäuteten Wolf und noch viel mehr Absonderlichkeiten

„Es war einmal...“ ist jedem Kind bekannt. Dann folgt eine Geschichte, nicht selten blutig, grausam und pervers, die mit „...und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ fröhlich zu Ende geht. Keiner jungen Seele haben die Märchen bisher noch ernsthaft geschadet. Das Aufschlitzen von Wolfsbäuchen, in denen Rotkäppchen und ihre Großmutter auf die Verdauung gewartet haben, das Autotafé der Hexe bei Hänsel und Gretel oder die kaltblütigen Frauenmorde eines Ritter Blaubart können sich durchaus mit brutalen Videogames voller Killeravatare messen, trotzdem jubeln die Kleinen unschuldig Händchen patschend, wenn das Gute schließlich gesiegt hat. Stephen Sondheim hat sich zu dieser uralten Diskrepanz seine eigenen Gedanken gemacht und nach einem Buch von James Lapine Liedtexte und Musik geschrieben, die unter dem Originaltitel „Into the Woods“ als dessen drittes Werk auf Deutsch ins Programm der Volksoper gefunden haben. Der Wald wird zum Ort des Geschehens. Schon Shakespeare wusste um die Wirkung des geheimnisvollen Dunkels.

Drew Sarich (Wolf)  © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Im Sommernachtstraum lässt er zwischen den Bäumen die eigenartigsten Dinge passieren. Ganz ähnlich schickt Sondheim seine Helden dort hin, damit sie beispielsweise vier bestimmte Dinge suchen. Beauftragt ist damit ein Bäckerpaar, dessen Kinderwunsch aufgrund des Fluchs der benachbarten Hexe nicht in Erfüllung geht. Diese zauberhafte Dame, die sich Ende des ersten Aktes aus der alten Vettel in eine attraktive Sexbombe verwandeln darf, will partout eine weiße Kuh (einen Albino?), ein blutrotes Mäntelchen, Haar so gelb wie ein Maiskolben und einen goldenen Schuh. Damit sind die verwendeten Märchen an sich umrissen und steuern mit schwungvollen Melodien einem Happy End vor der Pause zu, das danach aber gründlich hinterfragt wird.

Oliver Liebl (Hans)  © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Robert Meyer hat selbst die Rolle des Erzählers übernommen. Von ihm hängt es ja ab, wie sich die Dinge entwickeln. Verkleidet als alter Mann kann er einige Male hilfreich eingreifen, um sich irgendwann als Vater des kreuzbraven Bäckers (Peter Lesiak) zu outen. Dessen Gattin (Julia Koci) ist aufgrund der Aussicht, doch Mutter zu werden, bereit, die kuriosen Wünsche der Hexe (Bettina Mönch) zu erfüllen. Sie gerät dabei an Hans (Oliver Liebl) und in die Folge an dessen resolute Mutter (Ursula Pfitzner).

Diese hat ihren verträumten Sohn beauftragt, die Kuh Milchweiß zu verkaufen. Aschenbuttel Laura Friedrich Tejero kann wie Siegfried mit den Vögeln reden und gewinnt ihren Prinzen (Drew Sarich). Ihre Stiefschwestern (Elisabeth Schwarz und Theresa Dax) ziehen bekanntlich den Kürzeren, was deren Mutter (Martina Dorak) weniger, umso mehr aber den unter deren Fuchtel stehenden Vater (Franz Suhrada) freut. Das andere Mädchen ist Rapunzel (Lauren Urquhart), in die sich der prinzliche Bruder (Martin Enenkel) verliebt. Das Rotkäppchen ist Juliette Khalil.

Aufgrund unsachgemäßen Umganges mit Zauberbohnen geraten Riesen auf die Erde, die jedoch eliminiert werden können. Nachdem aus dem Märchenreich im zweiten Akt eine durchaus menschliche Realwelt mit untreuen Prinzen, seitenspringenden Gattinnen und konfliktscheuen Kammerdienern (Christian Graf) geworden ist, verlässt das anfängliche Zauberstück die Sphäre des Kindlichen und wird der von Stephen Sondheim angepeilten Intention gerecht: Auch Erwachsene brauchen Märchen.

Into the Woods Ensemble © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Christian Graf (Rupert), Robert Meyer (Ruprecht), Ensemble, Chor  © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

DER TEUFEL hat seine höllische Hetz auf Erden

Michael Havlicek (Haderer/Thomas/Nebel/Höllmayer), Chor  © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Längst fällige Entdeckung eines gut vergrabenen Operettenschatzes

Satan ist aus der Hölle verschwunden! Die Arbeit wird von Jahrhundert zu Jahrhundert mehr und keiner ist da, der den in die ewige Verdammnis drängenden Seelen Herr werden kann. Ruprecht (Robert Meyer) ist das Faktotum im Reich des lodernden Infernos und wird beauftragt, den Höllenfürsten ausfindig zu machen und in sein Reich zurück zu bringen. Vom zweiköpfigen Zerberus, einem ganz lieben Mopserl begleitet, verschlägt es den Höllenknecht vorerst in ein Nonnenkloster im 17. Jahrhundert. Dort trifft er auf Rupert (Christian Graf), einen Engel außer Dienst, der ihm ab nun mit Goldstaub bei der Suche assistiert. Die Gesellschaft der Ordensfrauen bringt die besten Voraussetzungen für das Wirken Satans mit. Die beiden reizenden Novizinnen Amanda (Theresa Dax) und Isabella (Johanna Arrouas) kommen den Möchtegerndieben Reinhard (David Sitka) und Isidor (Carsten Süss) in die Quere. Sich anbahnende Unkeuschheiten verhindert die Stiftsvorsteherin Mutter Aglaja (Marco Di Sapia), die sich als Satan persönlich herausstellt und spontan im Boden versinkt.

Robert Meyer (Ruprecht) mit Höllenhund  © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Er taucht erst wieder im 19. Jahrhundert in einer Kaserne als Oberst Donnerbach auf, wo er seine Kompanie und zwei angebliche Nichten kujoniert. Nachdem er auch von dort entkommen kann, ist Endstation in der Jetztzeit mit den Vorbereitungen zum Opernball, geleitet von Tanzmeister Höllmeyer (Michael Havlicek) und Ballmuter Frau Zimmermann-Großfeldt (Verena Scheitz). Ob Satan von dieser teuflischen Party schließlich an seinen Dienstort zurückkehrt oder nicht, bleibt offen. Sicher ist, weder ihm noch seinem Anhang ist irgendwas so heilig, um nicht humorvoll am Rande von Sakrileg und Blasphemie zu schrammen.

David Sitka, Johanna Arrouas, Theresa Dax, Carsten Süss, Marco Di Sapia © Barbara Pálffy / Volksoper

Uraufgeführt wurde diese Operette von Franz von Suppé 1878 im Carltheater und erlitt zwischen „Fatinitza“ und „Boccaccio“ das Schicksal eines Sandwichkindes. Sie wurde vergessen. Autor, Schauspieler, Musiker und Kabarettist Alexander Kuchinka hat die Potenz des Stoffes erkannt und den schon damals aktuell-zeitkritischen Ansatz pointiert ins Heute übertragen. Anhand von Suppés Partitur-Autographen unternahm Jakob Brenner als Arrangeur eine gründliche Revision der Musik.

Sie kommt damit spürbar erdiger aus dem Graben, als man es von diesem Genre üblicherweise erwartet. Alfed Eschwé am Pult des Volksopernorchesters lässt es in Blech und Schlagzeug stellenweise ordentlich krachen und macht damit klar, dass es in der musikalischen Hölle einfach ruppiger als bei Engelschören zugeht. Apropos Chöre: Es wird mit Gesichtsmaske gesungen.

Abgesehen davon, dass deren infernalische und irdische Gesänge dumpf ertönen, verschafft diese Vorschrift den Sängern einen Vorgeschmack zumindest vom peinigenden Fegefeuer. Dass es eine Idee von Regisseur Hinrich Horstkotte war, ist eher nicht anzunehmen, denn seine Einfälle, mit der diese Entdeckung eines gut vergrabenen Schatzes für die Bühne bereichert wurde, sind durchwegs witzig und ein, sofern man in diesem verdammten Zusammenhang so sagen darf, ein himmlisches Vergnügen.

David Sitka, Carsten Süss und der Chor mit Maske © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Jakob Semotan (Papageno), Juliette Khalil (Papagena), Kinder© Barbara Pálffy/Volksoper Wien

DIE ZAUBERFLÖTE Wohl dem, der sich sein kindlich Gemüt bewahrt

Martin Mitterrutzner (Tamino), Puppenspieler  © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Mozarts phantastische Oper wird zum märchenhaften Puppenspiel

So wirklich verstanden hat bis heute niemand, was Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadé Mozart mit dessen letzter Oper gemeint haben könnten. Bibliotheken wurden mit unzähligen Theorien gefüllt und die krausesten Vermutungen angestellt, wie weit Librettist und Komponist ihre Erfahrungen aus der Freimaurerloge darin verarbeitet haben. Auch die Möglichkeit, das Ganze als ungeheuer tiefsinniges und vor allem geheimnisvolles Märchen anzusehen, wurde bereits ventiliert. Nicht umsonst gilt „Die Zauberflöte“ als Einstiegsdroge für Kids in das Operngenre. Die durchaus anspruchsvollen Melodien schleichen sich schnurstracks ins Ohr, wo sie vereint mit den wunderbar einfachen Texten gerne tagelang hängen bleiben. Zudem ist man nach Genuss einer Aufführung überzeugt, dass es sich lohnt gut zu sein, hehre humanistische Ideale wie Nachsicht, kluges Schweigen und Toleranz zu üben und die Liebe als oberste Maxime des menschlichen Daseins anzusehen, weil schließlich Mann und Weib, bzw. Weib und Mann in Kombination an die Gottheit heranreichen.

Anna Simniska als Königin der Nach und ihre Damen © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Die Wonne kennt keine Grenzen mehr, wenn es am Ende heißt: Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht! Ausgerechnet der Hohe Priester im Tempel von Isis und Osiris darf damit den Jubelchor seiner Anhänger auslösen und die böse Königin der Nacht in ihre Schranken weisen. Dass dabei etliche Kulte bunt abgemischt werden, fällt bei einigem guten Willen überhaupt nicht auf.

Stefan Cerny (Sarastro), Ensemble, Chor  © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Henry Mason hat sich in seiner Inszenierung der Zauberflöte über derlei Ungereimtheiten genial hinweggesetzt, indem er ein poetisches Puppenspiel auf die Bühne zaubert, dieses aber mit so vielen Gags angereichert, dass man das Stück drei Mal anschauen müsste, um jede dieser köstlichen Pointen mitzubekommen. Gesungen wird nach wie vor von Menschen, übrigens durchwegs großartig. Das meiste andere, das laut Regieanweisungen durch die Szene kreucht und fleucht, ist aber Marionette.

Die Vögel sind süße Pinguine, die Schlange ein von Männern geführtes Monstrum und die berühmte Flöte ein Regenwurm mit Libellenflügeln. Die drei Knaben sind anfangs ebenfalls Puppen, die sich erst im Laufe der Handlung in drei echte Sängerknaben verwandeln. Eine Ausnahme machen die Löwen, die von Balletttänzern bedrohlich auf Papageno losgelassen werden. Jakob Semotan ist der Vogelmensch, der nicht nur bestens singen kann, sondern auch über eine hinreißende Komik verfügt und mit seiner Papagena Juliette Khalil von der Priesterschaft eine kongeniale Partnerin zugeteilt bekommt. Die drei Damen Cornelia Horak, Manuela Leonhartsberger und Rosie Aldridge sind die Flintenweiber der Königin der Nacht. Während Anna Siminska die höchsten Koloraturen fabelhaft meistert, erhält sie eine Reihe von Schatten, die dieser Sisi im Trauergewand bei ihren Umtrieben sekundieren. Monostatos (Karl-Michael Ebner) wird politisch korrekt zum schwarzen Geier, der freilich mit seinen Zudringlichkeiten bei Pamina keine Chance hat. Rebecca Nelsen ist eine selbstbewusste Frau, die sich sofort darüber im Klaren ist, dass nur Tamino (ein fescher Martin Mitterrutzner) für sie als Mann in Frage kommt. Es ist eine Freude, den beiden bei ihren Liebesbezeugungen zuhören zu dürfen, zumal sie von einem in feinster Mozartmanier spielenden Orchester unter der sanften Leitung von Anja Bihlmaier begleitet werden.

Aber beinahe noch mehr Genuss bereitet der mächtige und knackige Bass von Stefan Cerny. An seinem Sarastro merkt man allerdings einige Ratlosigkeit der Regie mit dem Charakter der Figur. Sein Entree feiert er als Chef einer Militärjunta auf einem Thron mit seitlichen Stoßzähnen von Elefanten, um bei der großen Arie „O Isis und Osiris“ vor seinen Mannen in der Unterwäsche dazustehen und „In diesen heil´gen Hallen“ in unscheinbarer Aufmachung in jedem Sinn ganz groß in die Tiefe zu gehen.

Rebecca Nelsen (Pamina), Drei Knaben (Wiener Sängerknaben), Puppenspieler  © Barbara Pálffy/VO
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