Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Wien-Kultur aktuell

MALADY OF THE INFINITE (bis 23. April 2019)

Eva Grubinger ist erkrankt an der Unendlichkeit...

...und lässt als Therapie eine Superjacht im Belvedere 21 versinken. Drei Wasserminen treiben in den weiten Gewässern eines unheimlichen Ozeans und bedrohen selbst noch das Wrack, dessen Cockpit-Chassis noch aus den Fluten ragt. Wer sich traut, darf auf den für die Passagiere gedachten Sitzbänken Platz nehmen und sich seine Gedanken zu dieser im großen Saal der unteren Etage raumgreifenden Skulptur machen. Ein Wandtext gibt Anregungen:

 Ausstellungsansicht „Eva Grubinger. Malady of the Infinite“ © Johannes Stoll/Belvedere, Wien

Es könnte sich um das Bild struktureller Ungleichheit handeln oder des unendlichen Begehrens ohne Aussicht auf Befriedigung für Reich und Arm. Macht und Ohnmacht stehen einander auf hoher See gegenüber. Ruhig die Phantasie schweifen lassen und keine Angst vor Assoziationen! Die Ozeane, heißt es dort, werden mit Eroberung, Kolonialismus, Freiheit und Autonomie verbunden, zugleich sind sie Ort der Sehnsucht und der Möglichkeiten von Freizeitaktivitäten wie Segeln und Reisen. Begegnungen mit Piraten sind ebenso wenig ausgeschlossen wie mit Walfängern und Öltankern oder gar Schiffsladungen voller Sklaven, die dem Menschenhandel zugeführt werden sollen. All das könnte, so die Intention der Künstlerin, als Symbol für fortgeschrittenen Kapitalismus gesehen werden, der buchstäblich unterminiert ist u.v.v.m, einfach nur weiterlesen und staunen!


TIME IST THIRSTY und wird an leeren Gläsern verdursten

Eine Reise durch Zeit und Raum ins künstlerische Nirwana

So wirklich weiß man offenbar nicht, wie man den Durst der Zeit stillen kann. Kurator Luca Lo Pinto erklärt zumindest, dass es eine Ausstellung ist, die er gestaltet hat, um einen immersiven(?) Zeit-Raum zu eröffnen, in dem Grenzen zwischen den Jahrzehnten instabil werden. Das wenige, das der Besucher sieht, scheint sich diesem Anliegen nach, obwohl vielfach 30 Jahre alt, bruchlos ins Heute zu fügen. Engagiert wurde dafür eine ganze Reihe von großteils unbekannten Künstlern und Künstlerinnen, um mit ihren Ideen und Werken eine raumgreifende Installation aus Kunst, Sprache, Duft und Sound, Artefakten und Alltagsobjekten in die Zeitachsen zu schieben. Wirklich beeindruckend ist die Ansammlung von Altglas, das sich kommentarlos entlang der Ränder des oberen Stockwerks der Kunsthalle reiht und zum Scherben bringenden Drüberstolpern einlädt.

Maurizio Cattelan, Project 1, 1992, © der Künstler und Air de Paris

Es handelt sich um Einsiedgläser, mit denen Jason Droste klarstellen möchte, dass sich das Wie und Was des Liegengebliebenen bisweilen vermengt(?). Der Rest der Kunst verliert sich in der Weite des Raumes und bedarf einiger Entdeckerlust, um auch als solche erkannt zu werden. Hilfreich ist dabei ein Begleitheft, in dem die einzelnen Arbeiten abgebildet und von den Künstlern kommentiert sind.

(bis 26. Jänner 2019 in der Kunsthalle Wien)


HENRIKE NAUMANN DAS REICH

Zurück ins Jahr 1990, in ein Möbelgeschäft, wie sie damals aus dem Boden geschossen sind, und nachgedacht, besser gesagt, gelesen! Die Künstlerin Henrike Naumann hat hinter Regalen, Sofatischchen und Stehlampen eine umfangreiche Geschichte verpackt. Was das alles zu bedeuten hat, verschließt sich vorerst dem Verständnis. Ein kleiner Hinweis ist die Leuchtschrift „Anschluss ´90“. Gemeint ist damit tatsächlich ein fiktiver Anschluss von Österreich an das im Jahr 1990 wieder vereinigte Deutschland.

Ausstellungsansicht "Henrike Naumann. Das Reich", Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien

Schuld daran sind „Reichsbürger“ und rechtsgerichtete Bewegungen, die das Volk mittels Konsumrausch ruhig halten. Ihr Motto zur Renaissance des wahren Germanentums: „Ich kaufe ein, also bin ich!“ Dazu kommen Homevideos wie „Terror“ oder „Amnesia“, die von bequemen Hockern aus betrachtet werden können.

(bis 12. Jänner2020 im Belvedere 21).


JOSEF BAUER Demonstration. „Tatort“ der Avantgarde

Bis 12. Jänner 2020 würdigt das Belvedere 21 einen bislang eher unbekannten Konzeptkünstler, dessen Bestreben sich nicht auf den Verkauf seiner Werke, sondern um die Schöpfung einer Welt dreht, die er mit seinen „Buch Staben“ richtiggehend verrätselt. „Schlagstock Schlagzeilen“ hinterfragt, wie gewalttätig Texte sein können, denen er mit selbstgemachten Buchstaben wie Jesus am Kreuzweg eine neue Bedeutung schenkt. Gelb und Rot werden zum Intelligenztest und die Abwesenheit an sich zu einer dritten Dimension, die damit zu einer Poetisierung der Figur beiträgt.

Ausstellungsansicht "Josef Bauer. Demonstration", © Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll

Caravaggio & Bernini Ausstellungsansicht © © KHM-Museumsverband

Kunsthistorisches Museum

CARAVACCIO & BERNINI

als barockes Spektakel


 Ausstellungsansicht „Der Mond. Sehnsucht, Kunst und Wissenschaft“ © NHM, Christina Rittmannsperger

Naturhist. Museum

DER MOND

Unser kosmischer Begleiter, zum Angreifen nah!


Albrecht Dürer Rhinocervs 1515  Druck Willem Janssen nach 1620

ALBERTINA

ALBRECHT DÜRER

Spektakuläre Schau des Renaissance-Genies


Koloman Moser, Wolkenstudie, um 1913 © Belvedere, Wien

Oberes Belvedere

SPONTAN ERFASST

Die Faszination von Ölskizzen im Blick


GABRIELE MÜNTER, Elmau, o.D. © Fondazione Gabriele e Anna Braglia Foto: Christoph Münstermann

Leopold Museum

DEUTSCHER EXPRESSIONISMUS

Zwei „ausdrucksstarke“ Sammlungen im Leopold


Andrew Archer, Fan of the Game aus der Serie Edo Ball © Andrew Archer, Melbourne

MAK

UKIYOENOW & KUNIYOSHI

Japans Unterhaltungskunst


Nychos im Atrium des Wien Museums (Detail)

WIEN MUSEUM

TAKE OVER

Street Art & Skateboarding in der Bauruine


Green-Screen-Brücke © TMW/Paul Bauer

Technisches Museum

SPECIAL EFFECTS

Filmfans, ab aufs Set und an die Kamera!


Fly High Ang Tsherin Sherpa 2018 © Ang Tsherin Sherpa, Foto: Fotohollywood

Weltmuseum

NEPAL ART NOW

Moderne Kunst in alter Tradition verankert


Iris Legendre, o.T. © Dom Museum Wien, Otto Mauer Contemporary Foto: Iris Legendre

Dommuseum Wien

FAMILIY MATTERS

oder auf guat Weanarisch Famüliengschichtn


Pierre Bonnard Esszimmer/Vernon, um 1925 Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen Foto: Ole Haupt

Kunstforum Wien

PIERRE BONNARD

Rätselhaft aufregende Farben des Lichts


Netsuke, Hase mit den Bernsteinaugen © Jüdisches Museum Wien

Jüdisches Museum Wien

DIE EPHRUSSIS

Illustrationen zum Hasen mit den Bernsteinaugen


Antoine Pevsner Konstruktion für einen Flughafen, 1934 – 1935 Photo: © mumok, © Bildrecht, Wien

mumok

IM RAUM DIE ZEIT LESEN

Kunst von 1910 bis 1955


Teatro (Report) 2016-2018

KUNSTHALLE WIEN

PETER FRIEDL. TEATRO

Die ganze Welt ist Bühne...


Andrea Witzmann, In der Fülle der Zeit 4, 2012, © Andrea Witzmann

KUNST HAUS WIEN 

STILLLEBEN. EIGENSINN DER DINGE

Einladung zur Beschaulichkeit


Apollo von Haris Epaminonda

SECESSION

RUDOLF POLANSZKY & HARIS EPAMINONDA

Kunst zum Behirnen


Tanzschule Hellerau-Laxenburg, 1929, Foto: Wilhelm Willinger © KHM-Museumsverband

THEATER MUSEUM

ALLES TANZT

Ein bewegtes Jahrhundert Wiener Tanzmoderne


dsb innocrush Rock Crusher © dsb Mschinenbau GmbH.

designforum

BEST OF AUSTRIAN DESIGN

siegreich verwirklicht


© Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Archiv, Bibliothek, Sammlungen

Mozarthaus Vienna

Mozart: Reisender in Europa

Wunderkind & Lernender


Die Schönheit der Elemente Ausstellungsansicht

Wirtschaftsmuseum

Chemikers Sammellust um

Die Schönheit der Elemente


Philipp Timischl, Untitled, 2013–2018

Belvedere 21

ÜBER DAS NEUE

in der überraschenden Vielfalt von Kunsträumen


Detail der Ausstellung Malyj Trostenez

Haus der Geschichte Österreich

MALYJ TROSTENEZ

Erinnerung an einen NS-Vernichtungsort


Ausstellungsansicht © SKB

Hofmobiliendepot

BRUCH UND KONTINUITÄT

im habsburgischen Erbe


Maximilian diktiert seinem Sekretär Marx Treizsauerwein (Detail) © ONB

Nationalbibliothek

Kaiser Maximilian I.

Entdecker der Macht einer Druckerpresse


Privatbesitz Johanna Kandl © H&J.Kandl, 2018. Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien

Orangerie Belvedere

JOHANNA KANDL

Material. Womit gemalt wird und warum


Ali Banisadr: Homo Deus

Gemälde Galerie

BOSCH & BANISADR

Zwei Meister der düsteren Schattenwelten


100 Jahre Frauenwahlrecht Ausstellungsansicht

Volkskundemuseum

100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT

Sie meinten es politisch


Jugendliche im Zug nach Wien © Archiv der Arbeiterjugendbewegung, Fotosammlung

WASCHSALON

HELDENPLATZ ´29

Das rote Wien erwartete die Jugend!


Fumage, 1938 Kerzenrauch Foto: Jens Ziehe, Berlin © Succession Wolfgang Paalen et Eva Sulzer

Unteres Belvedere

WOLFGANG PAALEN

Ein Maler mit Öl und Kerzenrauch


Josef Mikl, Letzte Reise des Wunderpferdes (auch Zauberpferd genannt), 1951  © Wien Museum

MUSA

JOSEF MIKL

und die Journalisten-fresserin HAWRANEK


Joseph Anton Koch (1768 –1839): Luzifer (Detail) © Kupferstichkabinett d. Akad. d. bild. Künste Wien

Kupferstichkabinett

Höllenzeichnungen

Düstere Ansichten von Dantes Inferno


Neidhart Festsaal, Wandmalereien, Detail  Foto: Lisa Rastl © Wien Museum

Wien Museum

NEIDHART FESTSAAL

Mittelalter erleben mitten in der Innenstadt


Die Schlacht von Schärding, um 1742 © Salzburg Museum

Belvedere IM BLICK

JOSEF IGNAZ MILDORFER

Maler von Heiligen und wilden Gesellen


Arnulf Rainer Vertikalgestaltung, 1952 Albertina, Wien. Sammlung Essl © Arnulf Rainer

Albertina Pfeilerhalle

ARNULF RAINER EINE HOMMAGE

mehr als ein Übermaler


Die schwarze Erde © NHM

Naturhistorisches Museum

Neue Dauerausstellung

DIE EVOLUTION DER MINERALE


Altägyptische Weinbauszene, GRab des Chaemwaset, TT261 (18. Dynastie)

Papyrusmuseum

IN VINO VERITAS

Papyri als Zeugen blühender Weinwirtschaft


Doppeltes Selbstporträt mit Hummer © Maria Lassnig Foundation

Albertina Basteihalle

MARIA LASSNIG

Genial gemalter Jammer einer Unglücklichen


Sisi und Olivia Lichtscheidl © Dieter Nagl

Sisi Museum

Erzsébet

Sisi und die Ungarn: eine große Liebe


Heimito von Doderer: „Die Dämonen“, Manuskriptbuch, o. D.

Literaturmuseum

WIEN

erlesen im k.k. Hofkammerarchiv


GREEN BIRD II 2016 (Detail)

Phantastenmuseum

JOSEF HASENÖHRL

Holz auf Holz sichtbar gemacht


Christopher Rothko und Sabine Haag Foto: KHM-Museumsverband

KHM Sonderausstellung

MARK ROTHKO

„Unbroken Silence“ zwischen Wänden aus Farben


Guy Mees. Das Wetter ist ruhig, kühl und mild, Kunsthalle Wien 2018, Foto: Jorit Aust

Kunsthalle Karlsplatz

GUY MEES

Konzeptionell geklöppelte Brüsseler Spitze


Zeitgenossen  Florentina Pakosta

Albertina Propter Homines Halle

FLORENTINA PAKOSTA

und die Angst der Männer


Bernstein dirgiert im Trachtenjanker © Hist. ARchiv Wr. Philharmoniker

Jüdisches Museum Judenplatz

BERNSTEIN

Ein New Yorker, der Wien trotzdem liebte


Alter Naschmarkt am Karlsplatz, 1885 © Wien Museum

Leopold Museum Grafisches Kabinett

MORIZ NÄHR

Lichtbilder aus dem Wiener Jugendstil


Mystische Vermählung der hl. Katharina und Verkündigung an Maria © KHM-Museumsverband

KHM Kabinett

DER MEISTER VON HEILIGENKREUZ

Außergewöhnliche Gotik


Flügel von Ludwig van Beethoven mit Schallverstärker

BEETHOVEN MUSEUM

Heiligenstadt, Probusgasse 6, das Testament


Milchbar „As“, Skizze von Simon Wiesenthal, 1945 © Jüdisches Museum Wien

Jüd. Museum Extra

CAFÉ AS

Simon Wiesenthal, der Architekt im KZ


Orthogonalansicht des Hofpavillons der Stadtbahn in Wien-Hietzing  Joseph Maria Olbrich

Albertina Tietze Galleries

ARCHITEKTUR-ZEICHNUNG

erstmals in diesem Umfang zu sehen


Walter Pichler, Fauteuil Galaxy, Wien, 1966 © MAK/Georg Mayer

MAK Schausammlung

„SITZEN 69“ REVISITED

mit Pop-Ikonen und Tischlersesseln


Oskar Schindler, Leopold Figl

Madame Tussauds

MADAME TUSSAUDS

Zeitgeschichte in „Figure Grouping“ in Wachs



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